Lachender Dritter in dem Streit ist Microsoft.

China bleibt im Streit mit Google hart

Peking. Im Zensur-Streit mit Google bleibt China hart: Der US-Konzern verstoße gegen chinesische Gesetze, falls er die Ergebnisse seiner chinesischen Suchmaschine nicht mehr selbst zensiere.

Das wäre „unverantwortlich und unfreundlich“, sagte der Minister für Industrie und Informationstechnologie, Li Yizhong, am Freitag vor der Presse in Peking. Google werde „die Konsequenzen tragen müssen“. Das Internetunternehmen hingegen beharrt auf seinem neuen Kurs, weltweit entschiedener gegen Zensur vorgehen zu wollen. Vizepräsident David Drummond sagte, immer mehr Länder bedrohten die freie Meinungsäußerung im Internet.

Fotos: Die häufigsten Suchbegriffe bei Google

Das sind die häufigsten Suchbegriffe bei Google

Lesen Sie auch

Nach Hacker-Angriff: Keine Google-Zensur mehr in China

Google hatte im Januar entschieden, politisch heikle Inhalte künftig nicht mehr aus den Ergebnissen seiner Suchmaschine google.cn herauszufiltern. Notfalls will sich der Konzern gar vom chinesischen Wachstumsmarkt zurückziehen. Der Entschluss folgte auf einen großangelegten Hacker-Angriff auf den Internetkonzern, der nach Expertenangaben aus China kam. Die Regierung in Peking hatte eine chinesische Verwicklung bestritten.

Derzeit verhandelt der Konzern mit den chinesischen Behörden. Beide Seiten geben widersprüchliche Angaben über die laufenden Verhandlungen. Google erwartet einen „baldigen“ Abschluss der Gespräche. Mehrere chinesische Stellen erklärten hingegen, es gebe gar keine Gespräche. Auch der Minister schuf keine Klarheit. Er sagte nur, Google stehe es frei, China zu verlassen oder zu bleiben.

Sollte die chinesische Suchmaschine geschlossen werden, will Google aber offenbar seine anderen Geschäfte in China möglichst weiter verfolgen und sich nicht komplett aus dem Land zurückziehen, wie das „Wall Street Journal“ berichtete. Vizepräsident Drummond will entschlossen gegen Zensur vorgehen. „Wir alle haben die Wahl: Wir können repressiver Politik erlauben, sich über die ganze Erde zu verbreiten, oder zusammenarbeiten, um gegen solche Herausforderungen anzugehen, und das fundamentale Menschenrecht der freien Meinungsäußerung hochzuhalten“, sagte Drummond nach Google-Angaben in Paris. 40 Länder beschnitten heute schon die Freiheit im Internet, klagte der Konzern. In 25 davon seien Google-Dienste und die Video-Plattform YouTube gegenwärtig gesperrt oder in der Vergangenheit zeitweise blockiert worden.

Microsoft als lachender Dritter?

Lachender Dritter in dem Streit ist Microsoft. Auf seinen neuen Smartphones für China will der amerikanische Handyhersteller Motorola Bing verwenden, die Suchmaschine des Google-Rivalen. Motorola dürfte damit den Ratschlägen von Analysten folgen, sich nach Alternativen umzusehen - falls Google sich tatsächlich aus China zurückzieht, schrieb das „Wall Street Journal“. Die Geräte sollen noch in diesem Quartal auf den Markt kommen. (dpa)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Neue Technik soll für weniger Übelkeit bei VR-Brillen sorgen
Virtual-Reality-Brillen finden immer mehr Liebhaber. Eine Sache aber macht vielen Nutzern noch zu schaffen - die Übelkeit während des Gebrauchs. Forscher haben jetzt …
Neue Technik soll für weniger Übelkeit bei VR-Brillen sorgen
Online-Banking: So gestalten Sie es sicherer
Wir verraten hier einige wertvolle Tricks und Tipps, wie man Online-Banking besonders sicher gestalten kann. Ein paar No-Gos gibt es nämlich auf jeden Fall.
Online-Banking: So gestalten Sie es sicherer
Nasa-Forscher finden zehntausende Jahre alte Mikroorganismen
Boston - Wissenschaftler der US-Weltraumbehörde Nasa haben in einem mexikanischen Höhlensystem bis zu 60.000 Jahre alte lebende Mikroorganismen gefunden, die in …
Nasa-Forscher finden zehntausende Jahre alte Mikroorganismen
China baut neuen Supercomputer
Peking - China hat mit dem Bau eines neuen Supercomputers begonnen, der den bisher schnellsten Rechner der Welt bei der Geschwindigkeit deutlich überflügeln soll.
China baut neuen Supercomputer

Kommentare