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Xiong Yan ist einer der meist gesuchten Protestler vom Frühjahr 1989 auf dem Tian‘anmen-Platz. Er gedenkt auch 2009 der Opfer.

China sperrt große Online-Dienste zum Tiananmen-Jahrestag

Peking - Zum 20. Jahrestag des Massakers auf dem Tiananmen-Platz hat die chinesische Regierung ihre Internet-Zensur ausgeweitet. Der Zugang zu Twitter, Blogs und Foren wurde gekappt.

Zum 20. Jahrestag des Massakers auf dem Tiananmen-Platz hat die chinesische Regierung ihre Internet-Zensur ausgeweitet. Tausende Blogs, Foren und Kommunikationsportale wie Twitter und Flickr wurden gesperrt, um eine Diskussion über die blutige Niederschlagung der Studentenproteste zu verhindern.

Wie in den vergangenen Jahren ging Peking außerdem gegen Dissidenten vor und schränkte die Berichterstattung ausländischer Korrespondenten ein. Journalisten, Fotografen und Kameraleute wurden nicht auf den schwer bewachten Platz im Herzen der Hauptstadt gelassen, Berichte über den Jahrestag in ausländischen Medien wurden geschwärzt. Auf mehr als 6.000 Websites seien Foren geschlossen worden, teilte das in Hongkong ansässige Informationszentrum für Menschenrechte und Demokratie am Mittwoch mit. Betroffen waren außerdem zahlreiche Blogs von Regierungskritikern wie der Künstlerin Ai Weiwei. Der Kurzmitteilungsdienst Twitter konnte in China ebenso wenig aufgerufen werden wie das Foto-Portal Flickr. Auch zahlreiche beliebte chinesische Dienste waren nicht mehr erreichbar. Der Videodienst YouTube ist schon seit März gesperrt.

Yahoo protestiert gegen Einschränkung der Pressefreiheit

Die Regierung habe für die Sperrung internationaler Seiten bislang keine Erklärung geliefert, sagte ein Sprecher von Yahoo, das den Flickr-Dienst betreibt. Eine derartige “umfassende Restriktion ohne rechtliche Grundlage ist unvereinbar mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung“, kritisierte Firmensprecher Jason Khoury. In den vergangenen Tagen wurden Journalisten vorübergehend festgenommen, die auf dem Tiananmen-Platz Aufnahmen machen oder Interviews mit Dissidenten führen wollten, wie die Vereinigung ausländischer Journalisten in China mitteilte.

Die ehemalige Professorin Ding Zilin, deren Sohn bei den damaligen Protesten getötet wurde, stand nach eigenen Angaben unter Hausarrest. Rund ein Dutzend Sicherheitskräfte hätten sie und ihren Mann am Mittwochmorgen daran gehindert, die Wohnung zu verlassen, sagte Ding telefonisch. In den vergangenen Tagen wurden bereits mehrere Dissidenten unter Hausarrest gestellt.

Gesuchter Dissident Wu'er in Macau festgehalten

Ein weiterer prominenter Dissident, der frühere Studentenführer Wu'er Kaixi, wurde am Mittwoch auf dem internationalen Flughafen der südchinesischen Sonderverwaltungszone Macau festgehalten. Wu'er, der nach 1989 auf Platz zwei der chinesischen Fahndungsliste führender Regimegegner stand, wollte sich nach eigenen Angaben aus Taipei kommend den chinesischen Behörden stellen, um seine Eltern auf dem Festland wieder besuchen zu können. Wu'er lebt seit Jahren in Taiwan, seine Eltern erhielten jedoch nie eine Ausreisegenehmigung, um ihn zu besuchen.

Die Grenzbehörden hätten ihn aufgefordert, wieder zurückzufliegen, sagte Wu'er telefonisch der AP. Dies lehne er ab. “Sie können mich verhaften, aber ich lasse mich nicht abschieben“, sagte Wu'er. In einer in Taiwan veröffentlichten Erklärung teilte er mit, er hoffe, dass die chinesische Regierung 20 Jahre nach dem Massaker ihre Schuld anerkenne. Chinesische Truppen gingen am 3. und 4. Juni 1989 mit Schützenpanzern und scharfer Munition gegen Studenten auf dem Tiananmen-Platz vor, die dort seit Wochen demonstriert und demokratische Reformen gefordert hatten. Bei der Niederschlagung der Proteste wurden vermutlich mehrere tausend Studenten und Aktivisten getötet.

AP

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