Wie man Computational Mechanics studiert

- Der Trend zu international anerkannten Hochschul-Abschlüssen ist ungebrochen. Auch an den Münchner Hochschulen schießen immer mehr Studiengänge aus dem Boden, die zu einem Bachelor oder Master führen. Unsere Serie stellt diese - oftmals noch jungen - Studienangebote vor. "Computational Mechanics" heißt ein Master-Studiengang, den die Technische Universität München (TUM) seit Wintersemester 2000/2001 anbietet.

<P>Ein Auto fährt mit 30 Kilometern pro Stunde auf eine Wand zu. Mit einem lauten Knall prallt der Wagen ungebremst gegen das Hindernis - Blech knirscht, Glas splittert. Verletzt wird bei dem Zusammenprall jedoch niemand, schließlich sitzen im Fahrzeug nur leblose Dummies.</P><P> Immer häufiger kommt es bei Crash-Tests nicht einmal mehr zum Blechschaden, da die Auto-Hersteller ihre Versuche zunächst am Computer durchführen, um herauszufinden, wie die Werkstoffe auf Belastungen von außen reagieren. Für diesen Einsatzbereich werden die Studierenden des dreisemestrigen Masters "Computational Mechanics" ausgebildet. Arbeit finden sie nicht nur in der Automobilbranche, sondern überall dort, wo mit computergestützten Simulationen Werkstoffe zum Beispiel auf ihre Bruchfestigkeit getestet werden.</P><P> "Die Studenten lernen bei uns nicht nur, Computer-Programme richtig zu nutzen", erklärt Professor Ernst Rank vom Lehrstuhl für Bauinformatik der TUM, "unsere Absolventen sollen später diejenigen sein, die diese Programme entwickeln." Zwei Semester lang besuchen die Studierenden des komplett auf Englisch gehaltenen Masters Vorlesungen und Übungen beispielsweise über Angewandte Ingenieur-Mathematik, computergestützte Modellierung und Visualisierung oder Bruchdynamik von Werkstoffen. Im dritten Semester schreiben sie ihre englische Master-Thesis, nach Möglichkeit in Zusammenarbeit mit der Industrie.</P><P> Zum Pflichtprogramm in den Semestern eins und zwei gehört auch ein Software-Praktikum von vier Wochenstunden, das die TUM teilweise gemeinsam mit der Industrie durchführt.<BR> Ein großes Interesse für Mathematik ist Grundvoraussetzung für Bewerber. "Wichtige Grundlagen sind ingenieurbezogene Mechanik und Mathematik, außerdem Informatik", stellt Rank klar. Und er fügt hinzu: "Wir schauen uns sehr genau die Noten unserer Bewerber an." Höchstens 25 sollen jeweils im Oktober mit dem Studium beginnen, bei einer größeren Zahl könne die intensive Betreuung schließlich nicht mehr stattfinden.</P><P> Vor allem bei ausländischen Studenten ist der Master-Studiengang beliebt. Seit dem Start im Oktober 2000 seien bereits 22 Nationen unter den Studierenden vertreten gewesen, berichtet Florian Jurecka, verantwortlich für die organisatorische Betreuung des Studiengangs. Rund die Hälfte der Ausländer kommt als Stipendiaten an die TUM.</P><P> Voraussetzung für die Aufnahme ist ein Bachelor in Bauingenieurwesen, Maschinenbau oder Luft- und Raumfahrttechnik. Bewerben kann sich auch, wer einen fachverwandten Bachelor oder ein sehr gutes Fachhochschul-Diplom vorweisen kann. Die geeigneten Bewerber wählt die TUM nach den Hochschulzeugnissen aus.</P><P> Der Studiengang startet jährlich zum Wintersemester, Bewerbungsschluss ist jeweils der 31. März. Näheres im Internet unter www.come.tum.de.<BR></P>

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