Computer kaputt: Bei älteren Modellen ist Reparatur zu teuer

- Jeder Computernutzer hat es schon erlebt: Der Bildschirm wird plötzlich blau und in kantiger Pixelschrift leuchtet es in weißen Lettern: "Schwerer Ausnahmefehler!" Wenn einmal wieder Modul xy.dll den Dienst verweigert, die Festplatte hakt oder die Sound- mit der Netzwerkkarte einen Konflikt austrägt, kann guter Rat teuer werden.

<P>Denn wenn kein Experte in der Bekanntschaft zur Hand ist und zudem noch die Zeit drängt, hilft nur noch ein professioneller Notdienst weiter _ oder auch nicht.´</P><P>Hotlines mit Mängeln</P><P>Mit Hilfe einer kostenpflichtigen Hotline des Herstellers dem Problem beikommen zu wollen, kann teuer werden und nichts bringen. "Die Qualität war schon immer miserabel", sagt Simone Vintz, Projektleiterin bei der Stiftung Warentest. "Da braucht man eigentlich nicht anzurufen." Ein Test bei 13 Notebookherstellern und -händlern ergab viermal die "Bestnote" "ausreichend", der Rest schnitt mit der peinlichen Note "mangelhaft" ab.</P><P>Teure Nothilfe</P><P>Warentesterin Simone Vintz hat gute Erfahrungen mit einem PC-Notdienst gemacht: "Das hat 160 Mark (82 Euro) gekostet, doch ich bin das Virus losgeworden." Doch lohne sich das nur bei großem Zeitmangel. Vorher solle man alle anderen Möglichkeiten ausschöpfen. "Je neuerer der Computer und je softwarelastiger das Problem, desto eher rechnet es sich, uns zu rufen", sagt Alexander Kornegger, Vorstandschef des PC-Vor-Ort-Dienstes home jumper. Häufig sei es ein Problem der Software, wenn angeschlossene Peripheriegeräte _ etwa Scanner oder Kameras _ nicht kompatibel sind und nicht richtig funktionieren. 55 Euro pro Stunde und 25 bis 75 Euro für die Anfahrt machen die Sache aber kostspielig. Kornegger geht von durchschnittlich 300 Euro aus. Bei alten Computern mit Hardwaredefekt lohne sich das kaum. Ein gebrauchter Computer, bei dem alle Komponenten funktionieren, kommt oft billiger.</P><P>Zunächst zum Händler</P><P>Solange die zweijährige Gewährleistungsfrist läuft, sollten man sich zuerst an den Händler wenden, rät Jürgen Schröder von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Wenn der Hersteller das Problem zu verantworten hat, müsse er bis zu zwei Jahre nach dem Kauf auch für Fehler gerade stehen. "Der Verkäufer ist dabei Ansprechpartner, nicht der Hersteller", sagt Schröder. Gute Karten habe, wer den PC als Komplettsystem gekauft und nie aufgeschraubt und aufgerüstet hat. Anspruch auf schnelle Hilfe besteht aber nicht, und ein kostenloses Ersatzgerät gibt es auch erst frühestens nach zwei bis drei Wochen. Verweigert dagegen das selbst eingebaute DVD-Laufwerk aus unerfindlichen Gründen den Dienst, obwohl der heimische Computer den geforderten Mindestanforderungen genügt, ist die Lage anders: "Da hat man als Verbraucher schlechte Karten", sagt Schröder. Man muss beweisen, dass ein Geräte- und kein Einbaufehler vorliegt, für den der Händler nicht haften muss.</P><P>Wer entnervt zum Hörer greift und Hilfe ruft, sollte nach Ansicht von Simone Vintz das Problem möglichst präzise beschreiben. Sie empfiehlt auch, nach der Qualifikation des Helfers zu fragen. Ein Zeichen für Seriosität sei es auch, wenn der Helfer nicht sofort alles stehen und liegen lassen kann, weil er eine Terminplanung habe.<BR>"Wenn ich frage, was das kostet, muss der Notdienst mir den Endpreis nennen", erklärt Verbraucherschützer Schröder. Hinterher die Mehrwertsteuer aufzuschlagen, sei nicht zulässig. Doch dürfe ein Kundendienst, Anfahrt, Arbeitszeit und Ersatzteile berechnen. Die Arbeitszeit des Nothelfers sollten Verbraucher jedoch auf fünf Minuten genau festhalten.</P><P><BR>Computer-Notdienste helfen _ nehmen dafür aber viel Geld.Foto: gms<BR></P>

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