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AlphaGo brachte den chinesischen Go-Weltmeister Ke Jie zur Verzweiflung.

Künstliche Intelligenz schlägt Mensch

Darum feiern Computer-Experten diese Go-Partie 

Wuhan - Im Schach sind Computer mittlerweile kaum mehr zu schlagen. Beim japanischen Brettspiel Go hatte 3000 Jahre lang der Mensch die Nase vorn - bis jetzt.

Maschine schlägt Mensch - nun auch im hoch komplexen chinesischen Brettspiel Go: Das Computerprogramm AlphaGo von Google besiegte am Dienstag in der ersten Runde den weltbesten Go-Spieler Ke Jie. 

Der Sieg von AlphaGo gilt als weiterer Meilenstein in der Entwicklung künstlicher Intelligenz. Zwar sind Siege von Computern gegen Menschen bei Brettspielen nichts Neues - großes Aufsehen erregte zum Beispiel der Sieg des IBM-Computers "Deep Blue" gegen den Schachmeister Garry Kasparov im Jahr 1997.

Dem Triumph von AlphaGo wird aber besonders große Bedeutung zugemessen, weil das rund 3000 Jahre alte Go-Spiel, in dem abwechselnd weiße und schwarze Steine auf dem Brett platziert werden, als besonders komplex gilt: Die Zahl der möglichen Züge ist praktisch unbegrenzt - auf jeden Fall sind es zu viele, um sie komplett durchzurechnen. Erfolgreiche Spieler stützten sich daher auf Intuition, kreatives Denken und Lernfähigkeit - dies waren bislang aber keine Stärken von Computerprogrammen.

Das von dem Londoner Unternehmen DeepMind entwickelte Programm AlphaGo berechnet hingegen die Züge, die ein Mensch wahrscheinlich spielen würde, und konzentriert sich nur darauf. DeepMind fütterte das Programm erst mit mehreren Dutzend Millionen Zügen aus Spielen menschlicher Meister. Dann spielte die Software Millionen Partien gegen sich selbst - und analysierte, welche Züge sie ans Ziel brachten.

Go-Meister bekommt Chance auf Revanche

Der chinesische Go-Meister Ke war mit Bedenken in die Partie gegen den Computer gegangen. "Er wird immer eine kalte Maschine sein", erklärte er vor dem Spiel. "Anders als beim Menschen kann ich bei ihm keine Leidenschaft und kein Verlangen nach dem Go-Spiel spüren." 

Der 19-Jährige wird bei dem Kräftemessen in der ostchinesischen Stadt Wuhan die Chance auf eine Revanche bekommen: Insgesamt sind drei Runden des anspruchsvollen Strategiespiels geplant. Ke ließ bereits vor Beginn der Dreier-Runde verlauten, dass er danach nie wieder gegen das Computerprogramm spielen wolle.

Doch nicht nur bei Brettspielen werden Computer immer besser: Auch beim TV-Quiz „Jeopardy“ hat die künstliche Intelligenz die menschliche bereits überholt. 

Google kaufte DeepMind vor gut drei Jahren für 400 Millionen Pfund und will die künstliche Intelligenz der Firma unter anderem bei der Analyse von Krankheits-Symptomen einsetzen.

afp/dpa

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