"Corona" versetzt die Welt in Angst

- München - Bei der fieberhaften Suche nach dem Erreger der lebensgefährlichen, hoch ansteckenden neuen Lungenentzündung SARS scheinen Tropenmediziner in Hamburg nun endgültig fündig geworden zu sein: "Wir konnten typische Genabschnitte von Corona-Viren nachweisen", erklärte jetzt der Direktor des Bernhard-Nocht-Institutes für Tropenmedizin, Prof. Bernhard Fleischer, in einem Rundfunk-Interview.

<P>Das Ergebnis seiner Spurensuche in Zellkulturen ist am Universitätsklinikum Frankfurt anhand der Blutproben der drei SARS-Patienten bestätigt worden. <BR><BR>Damit wäre die zuerst verdächtigte Familie der Paramyxoviren (lösen unter anderem Grippe, Masern und Mumps aus) aus dem Rennen.<BR><BR>Zur Familie der Corona-Viren (den Namen haben sie erhalten, weil sie außen in eine Strahlenkranz-Form münden) gehören sehr unterschiedliche Erreger: Viren,  die einfache Erkältungskrankheiten beim Menschen auslösen (bis zu einem Drittel der Husten- und Schnupfenkranken verdanken ihnen ihr Leiden), die die infektiöse Hühnerbronchitis verursachen die bei Mäusen Hepatitis auslösen(infektiöse Leberentzündung).<BR><BR>Das Team um den Hamburger Virologen meint, dass es sich bei dem nun isolierten Virus um einen unbekannten Erreger aus der Corona-Familie handelt. Es ist nicht ausgeschlossen, dass er zunächst Tiere krank machte.<BR><BR>Jetzt wollen die Virologen als Erstes möglichst schnell einen Schnelltest entwickeln, damit künftige Erkrankungsfälle besser diagnostiziert werden können.<BR><BR>Bisher beruhte die Diagnostik auf vagen Gemeinsamkeiten im Blut der Kranken und den klinischen Beschwerden (Atemnot, hohes Fieber, Muskelschmerzen). <BR><BR>Daher ist auch der 72-jährige Münchner Patient, der im Krankenhaus Schwabing liegt, bisher nur mit Vorbehalt als SARS-Fall eingestuft worden.<BR><BR>Dem Mann geht es nach Auskunft des Gesundheitsreferates zusehends besser. Die drei Patienten in Frankfurt sind inzwischen symptomfrei, aber noch zur Überwachung in der Klinik.<BR><BR>Das bayerische Gesundheitsministerium hat dem Münchner Flughafen inzwischen Plakate und Info-Blätter für Reisende aus Südostasien geschickt.<BR><BR>Darin werden Reisende aus China, Singapur, Hongkong, Vietnam, Taiwan auf die Infektionsmöglichkeit hingewiesen und aufgefordert, 10 Tage lang auf Grippe- oder Lungenbeschwerden zu achten und sofort einen Arzt aufzusuchen.<BR>Inzwischen sind in Deutschland zwei neue Verdachtsfälle aufgetreten: bei einem 30-jährigen Hongkong-Reisenden aus Mühlheim und seiner Freundin.<BR><BR>Unterdessen breitet sich SARS (Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom) weiter aus. Erstmals haben die Behörden in Peking eingeräumt, dass auch dort mindestens zwei Krankenhäuser betroffen sind. Es habe drei Tote gegeben. Die Weltgesundheitsorganisation WHO in Genf vermutet den Ursprungsherd der Epidemie in der chinesischen Provinz Guangdong. Dort sind 32 Menschen gestorben und 792 erkrankt. In anderen Ländern starben bisher 19 Menschen. In Singapur sind 740 Menschen in Quarantäne, in Hongkong sind 260 krank. <BR><BR>Internet: www.rki.de/INFEKT</P><P><BR><BR> </P>

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