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Couchsurfing ist eine kommunikative Form des Low-Budget-Reisens.

Couchsurfing - In 80 Tagen um die Welt

Osnabrück - Daniel Hopkins will in 80 Tagen um die Welt reisen. Doch übernachten wird er nicht in vornehmen Hotels, sondern auf den Sofas fremder Menschen. Couchhopping nennt man das.

Das Aquarium mit Wels “Bert“ kommt bei Onkel und Tante unter, wichtige Impfungen sind gemacht, der Kühlschrank leer geräumt - die ungewöhnliche Reise des Journalisten Daniel Hopkins kann losgehen: Der 31 Jahre alte Osnabrücker will in 80 Tagen um die Welt reisen und dabei jeden Abend auf einer anderen Couch schlafen. 31 Städte in 21 Ländern auf sechs Kontinenten hat er sich zum Ziel gesetzt. Am Donnerstag startete er seine Weltreise, die ihn als erstes nach Paris führen soll. In einem Blog will Hopkins über sein Vorhaben, das er “Couch-Hopping“ nennt, berichten. Später soll ein Buch folgen.

Das Übernachten auf fremden Sofas - eigentlich “Couchsurfing“ genannt - ist keine Erfindung von Hopkins. Seit 2004 übernachteten laut der Homepage “couchsurfing.org“ 1,25 Million Mal Fremde auf Sofas in Privatwohnungen. Über die Internetseite können Nutzer Gästen aus aller Welt ihre Couch als Schlafplatz anbieten. Dadurch sollen sich die Menschen aus unterschiedlichen Kulturen besser kennenlernen und sich im besten Fall miteinander anfreunden.  Mehr Infos gibt‘s auch bei „couch-hopper.de“ und bei „couchsurfing.de“. Wer Reiselustige kennenlernen will oder Tipps sucht, ist bei „insideragency.com“ gut aufgehoben.

Nicht surfen, sondern hoppen

Hopkins strebt allerdings das Extrem an. Nicht “surfing“, sondern “hopping“ ist angesagt - nicht das entspannte sich Treibenlassen von Ort zu Ort, sondern die selbst auferlegte Verpflichtung, jeden Abend woanders zu sein. Die Idee sei ihm gekommen, als er einen Fernsehbericht über das “Couchsurfing“ in Tokio gesehen habe, erzählt der Journalist. Eine Auszeit bei seinem Arbeitgeber musste Hopkins nicht beantragen. Kurz bevor er die Fernsehreportage sah, hatte er seine Stelle als PR-Chef einer großen Firma gekündigt. “Ich sah dort keine Herausforderung mehr.“ Für die Zukunft sei ihm nicht bange, sagt er. Er ist sich sicher, dass ihm das Reiseprojekt beruflich eher nutzen werde. Immerhin sei sein Blog auch über die “stern.de“-Homepage zu erreichen.

“Es ist für mich die einmalige Gelegenheit, eine Weltreise zu machen“, sagt Hopkins. Er sei schon immer gerne unterwegs gewesen und liebe es, neue Menschen kennenzulernen. Mit seinem Projekt könne er beides innerhalb kurzer Zeit miteinander verbinden: “Das ist der Reiz daran.“ Allerdings kann der geschiedene Vater für die Dauer der Reise mit seinem drei Jahre alten Sohn nur per Internet sprechen. “Das wird mir wohl am meisten zu schaffen machen“, sagt er. “Aber ich habe nur jetzt die Chance, es zu tun. Wenn ich mir vorstelle, ich erzähle als Achtzigjähriger meinen Enkeln, ich hätte dieses tun können und jenes tun können, habe es aber nicht gemacht - nein, das möchte ich nicht“, sagt Hopkins und schüttelt den Kopf.

dpa

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