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Tom Cruise bei der Filmpremiere: Der Unberechenbare spielt Graf von Stauffenberg.

Cruise als Stauffenberg: Nach der Premiere hagelte es Spott

Selten wurde ein Film am Tag nach seiner Premiere so zerrissen wie "Operation Walküre". Dabei stören sich die Spötter weniger an seiner Handlung, als an seinem Hauptdarsteller.

Seitdem bekannt wurde, dass Tom Cruise die Rolle des Hitler-Attentäters Graf von Stauffenberg spielt, herrschte Empörung in der deutschen Medienwelt. Auch am Mittwoch, einen Tag nach der Premiere des Films "Operation Walküre - Das Stauffenberg Attentat" reißen die kritischen Stimmen nicht ab.

Es ist die urdeutsche Angst, den Volkshelden in einer bedeutungslosen oder (vielleicht viel schlimmer) bedeutungsschwangeren Hollywood-Produktion falsch dargestellt zu sehen. Doch dazu mischt sich das Unbehagen angesichts eines unberechenbaren Tom Cruise, Mitglied der Scientology-Kirche, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird und die Kritiker als Sekte bezeichnen. Selbst dem Sohn von Stauffenberg war das nicht geheuer.

Ausgerechnet dieser Mann also spielt den Grafen von Stauffenberg und das auch noch an Original-Schauplätzen in Berlin. Schon bei der Rollenvergabe war Unmut aufgekommen, denn eigentlich sollte der deutsche Schauspieler Thomas Kretschmann Stauffenberg spielen. Zwei Tage vor Vertragsabschluss drängelte sich Tom Cruise dazwischen - er leitet die Produktionsfirma, verriet der erboste Kretschmann der Zeitung Welt.

So dubios die Rollenvergabe war, so ging die Filmproduktion weiter. Dass nach Abschluss der Dreharbeiten in Berlin das Material durch einen Laborfehler unbrauchbar geworden war und die Szenen neu gedreht werden mussten, verwunderte zwar, erstaunte aber nicht.

Nun also feierte der Film, der in Deutschland am 22. Januar anläuft, in New York Premiere. Den Spott über den Film versteht der Kritiker der Zeit nicht. Er schätzt den Film eher mittelmäßig ein. Immerhin einer ist überzeugt: Tom Cruise sieht in seiner Produktion einen Kassenschlager.

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