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Ein unvorteilhaftes Bild ist schnell hochgeladen, ein böser Kommentar schnell geschrieben. Oft jedoch bleiben solche Dinge über viele Jahre hinweg im Internet sichtbar.

Cyber-Mobbing: Im Netz der Niedertracht

München - Eine Studie belegt, dass jeder vierte Jugendliche jemanden kennt, der bereits Opfer von Mobbing im Internet war. In München diskutierten nun Experten das Phänomen Cybermobbing.

„Du bist hässlich“, „du stinkst“, „du bist fett“. Sätze wie diese werden von Schülern oft schnell dahingesagt. Und geschrieben.

Problematisch wird es dann, wenn solche Beleidigung dauerhaft im Internet stehen bleiben und von allen anderen Schülern lesbar sind. „Viele Jugendliche und Kinder, die in der Schule gemobbt werden, werden auch im Internet schikaniert“, sagt die Schulpsychologin Doris Graf, die zu diesem Thema 60 bayerische Gymnasien berät. Für diese Personen gebe es dann überhaupt keine Schutzräume mehr.

Solche Fälle können in der Schule nur schwer geahndet werden. „Konsequenzen ziehen ist schwierig, im Extremfall bleibt den Eltern nur der Gang zur Polizei“, sagt Graf. Was man tun könne, ist, präventiv tätig zu werden. „Wir haben in Bayern 120 speziell geschulte Lehrer, die als Multiplikatoren ständig übers Land reisen“, sagt Bernd Sibler, bayerischer Kultusstaatssekretär. Das Kultusministerium könne nur immer wieder Cybermobbing thematisieren, um darauf aufmerksam zu machen. Siegfried Schneider, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, berichtet vom Projekt Medienführerschein, in dem Kinder von der dritten Klasse an einen verantwortungsvollen Umgang mit Medien lernen sollen. „Gegen sogenannte Hassgruppen im Internet hilft aber manchmal nur eine Indizierung der Seite“, sagt Schneider.

Doch Betreiber wie etwa Facebook in die Verantwortung zu nehmen, ist oft schwierig. Zum einen, weil bei den Millionen von Nutzern der Anteil von Mobbern relativ gering ist. Zum anderen, weil ein rechtliches Vorgehen nur möglich ist, wenn der Betreiber der Seite in Deutschland sitzt.

Facebook, das mit Abstand größte soziale Internetnetzwerk der Welt, scheidet aus, da seine Server in Irland und den USA stehen. 2011 gelang den Behörden dennoch ein Schlag gegen Läster-Seiten. Die Seite „isharegossip“ (z.dt.: „ich teile Tratsch“), auf der vor allem Schüler über Lehrer lästerten, wurde von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert. Sie war über Suchmaschinen nicht mehr erreichbar, kurze Zeit später wurde sie von Hackern endgültig lahmgelegt.

Kultusstaatssekretär Bernd Sibler warnt jedoch davor, alle neuen Medien über einen Kamm zu scheren und nimmt auch die Eltern in die Verantwortung. „Wenn man selber über die Nachbarn schimpft und lästert, dann braucht man sich nicht zu wundern.“

Patrick Wehner

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