Cyberdoc: Sprechstunde im Internet

- Das Internet - unendliche Weiten. Hier flirren gute und schlechte Informationen durch die Datenbahnen. Ist es auch das Zuhause des virtuellen Arztes? Die Sprechstunde im "Chatraum" ist in Deutschland noch verboten. Und die meisten Informationsseiten von Organisationen, Firmen und Privatpersonen sind durchaus korrekt und gut recherchiert. Doch auch hier gibt es "schwarze Schafe", die unseriöse Informationen verbreiten.

<P>"Wichtig ist zu prüfen: gibt es eine Kontaktadresse, ist die Finanzierung der Seite offengelegt und kann man nachvollziehen, wer die Autoren der Seiten sind", erklärt Nik Koneczny vom Internetportal "Evidence.de" der Universität Witten/Herdecke. Das Portal veröffentlicht Leitlinien für Ärzte und Patienten, die kostenlos abrufbar sind. Sie umfassen alle wissenschaftlich fundierten Informationen von der Symptomatik, der Behandlung bis zur Nachsorge einer bestimmten Erkrankung. <BR><BR>"Für medizinische Seiten bestehen freiwillige Qualitätssiegel wie die Mitgliedschaft beim Aktionsforum Gesundheitsinformationssystem (AFGIS, www.afgis.de) oder das Siegel von Health on the net (HON, www.hon.ch), die auf der entsprechenden Seite der Mitglieder als Icon angeklickt werden können", so Koneczny weiter. Internetmacher geben bei diesen Oganisationen ihre Kontaktadresse, Arbeitsweise und Finanzierung an. <BR><BR> Die medizinischen Informationsseiten bieten Patienten und Ärzten einige Vorteile. Evidence-Mitarbeiter Dr. Horst Vollmar aus Oberhausen erinnert sich an seine Krankenhauszeit: "Es kann für den Arzt von Vorteil sein, wenn er Patienten gute Informationen im Internet empfehlen kann. Dieser kann zu Hause nachlesen, was in der kurzen Behandlungszeit nicht besprochen wird." <BR><BR>Am meisten "Spaß" machen dem Team die Patientenleitlinien. "Die Seiten haben auch die meisten Zugriffe, bis zu 600 am Tag", erzählt Koneczny stolz. Der Vorteil des schnellen Mediums liegt auf der Hand: "Wenn sich ein Medikament als gesundheitsschädlich erweist, können wir es schnell aus unseren Leitlinien streichen oder davor warnen", so Vollmar. <BR><BR> Stiftung Warentest prüfte im Juniheft 2001 "test" (Seiten 86-90) das Angebot der gängigen Internetseiten. Medizinische "Laien" bewerteten die Seiten. Wichtig waren ihnen nach Antworten auf für Experten "banale" Fragen, Begründungen für die Wirksamkeit der Therapie und eine verständliche Sprache. Auch ließen sie sich nicht vom Layout einer Seite beeindrucken. Professionelle Gesundheitsportale boten nach dem Resultat nicht immer die "besten" Informationen. Bei dem Thema Zecken hatte eine von Schülern gemachte Seite die Nase vorn.</P><P><BR>  </P><P>Internetadressen: </P><P>Bewertungskriterien für Gesundheitsseiten: www.discern.de <BR>Das Ärztliche Zentrum für Qualitätskontrolle in der Medizin: www.aezq.de<BR>Geprüfte Links zu medizinischen Internetseiten: www.patienten-information.de<BR>Leitlinien von Evidence: www.patientenleitlinien.de </P><P> </P>

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