Damenfußball in der Männerdomäne

- Im Herbst 2001 kamen die ersten zwei Studentinnen an die Universität der Bundeswehr in Neubiberg. Gut drei Jahre später studieren dort rund 150 Frauen. Damit hat sich die Zahl der Studentinnen im Vergleich zum vorigen Studien-Trimester mit einem Schlag verdoppelt. Zwar ist der Anteil der studierenden Soldatinnen auf dem Campus vor den Toren Münchens weiterhin eher gering, gleichzeitig sind sie aber inzwischen fester Bestandteil des Hochschulbetriebs.

<P>Sandra Götzl hat in ihrem Studiengang nur drei Kommilitoninnen. Die übrigen der insgesamt 37 Sportwissenschafts-Studenten im ersten Trimester an der Münchner Bundeswehr-Uni sind allesamt männlich. Macht aber nichts, meint die 22-Jährige aus Riesa. "Mit den drei anderen Frauen verstehe ich mich hundertprozentig, einfach sehr gut", sagt Leutnant Götzl. Die Studienanfängerin ist eine von 150 Soldatinnen, die im Rahmen ihrer Offiziersausbildung an der Hochschule studieren.<BR><BR>Unter den fast 3000 Studierenden sind die Damen zwar nach wie vor ein eher kleines Grüppchen, doch Schwierigkeiten gibt es auch im noch recht jungen Zusammenleben von Mann und Frau auf dem Bundeswehr-Campus offenbar nicht. "Das hängt sicher mit von der eigenen Einstellung ab", meint Offizierin Götzl. Sie wollte nach dem Abitur auf dem Erfurter Sportgymnasium unbedingt zur Bundeswehr. "Man darf hier eben nicht jede Bemerkung eines Kameraden gleich auf sich selbst als Frau beziehen", sagt Götzl schulterzuckend.<BR><BR>Auch Oberstleutnant Alexander Müller beobachtet, dass das Zusammenleben von Soldatinnen und Soldaten reibungslos funktioniert. "Es gab von Anfang an nie Probleme, sondern es wurden pragmatische Lösungsansätze gefunden", betont der Leiter des Studentenfachbereichs C, dem mehrere hundert Soldaten unterstehen.<BR><BR>In den Wohngebäuden auf dem Universitätsgelände leben die jungen Frauen und Männer nebeneinander, teilen sich Gemeinschaftsküchen und feiern im Sommer Grillpartys - wie in zivilen Studentenwohnheimen auch.<BR><BR>Viel mehr Gedanken als über ihren Stand in der Männerdomäne Bundeswehr macht Götzl sich ohnehin über die in einigen Tagen anstehende Statistik-Klausur. "Daran, dass ich Sport als Studiengang gewählt habe, sieht man ja schon, dass mir das mehr liegt als Statistik", erklärt die Soldatin.<BR><BR>Skifahren, Snowboarden, Badminton, Laufen, Squash - die Liste der Sportarten, die Sandra Götzl betreibt, ist lang. Besonders glücklich war sie nach Studienbeginn aber darüber, an der Uni Fußball spielen zu können. Drei Jahre nach ihrem Einzug haben die Frauen sogar schon ihr eigenes Team.</P>

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