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Antippen, wischen und blättern: Mit ein bisschen Übung kann jeder ein Tablet nutzen, denn die Bedienung ist sehr intuitiv.

Per Wisch durch die Welt

Darauf sollten Senioren beim Tablet-Kauf achten

München - E-Mails schreiben, chatten und surfen: Das Internet ist für die meisten Senioren längst kein Neuland mehr. Ein Tablet nutzen bisher allerdings wenige – dabei gibt es mittlerweile sogar spezielle Modelle für ältere Menschen. Hierauf sollten Senioren beim Tablet-Kauf achten.

Tablets sind kleine Computer, die wie ein flaches Brett aussehen und über das große Display, den Bildschirm, bedient werden. Sie eignen sich vor allem zum Surfen im Internet, dem Betrachten von Bildern, dem Anhören von Musik und Hörbüchern und der Lektüre von Online-Zeitungen oder digitalen Büchern. Generell gilt: Mit ein bisschen Übung kann jeder ein Tablet nutzen, denn die Bedienung ist sehr intuitiv. Schon kleine Kinder lernen per Wischbewegung Fotos zu verschieben oder zu vergrößern. Voraussetzung für die Tablet-Nutzung ist, dass Sehkraft und die Feinmotorik noch ausreichen, um das Gerät zu bedienen.

Externe Tastatur kann sich lohnen

Der Nachteil: Gerade das Tippen mit einem Tablet kann auf der Bildschirmtastatur schwerfallen. Wer vor allem E-Mails schreiben möchte, kann sich auch eine externe Tastatur für das Tablet anschaffen. Eine Tablet-Tastatur gibt es für 20 bis 50 Euro. Die Tablets selbst kosten je nach Marke und Ausstattung zwischen 200 und 600 Euro. Falls möglich, sollten Interessenten sich von Familie, Freunden oder Bekannten ein Tablet vorführen lassen, um zu testen, wie es in der Hand liegt und wie es mit der Bedienung und Lesbarkeit klappt.

Kein Tablet ohne Internet-Anschluss

Unabdingbar für die Tablet-Nutzung ist ein Internetanschluss – dieser erfolgt entweder per W-Lan oder über das Mobilfunknetz. Voraussetzung für das Funknetz W-Lan ist, dass bei Ihnen zuhause ein DSL-Anschluss vorhanden ist. Der lässt sich gemeinsam mit dem Festnetzanschluss einrichten. Ein Verbindungskabel zwischen Telefonanschluss und Tablet ist dann nicht mehr nötig.

W-Lan gibt es aber auch in vielen Cafés und Bibliotheken inzwischen gratis. Tablets, die auch über das Mobilfunknetz ins Internet gehen, sind in der Regel teurer. Dafür können sie aber auch überall genutzt werden – unabhängig davon, ob gerade ein W-Lan-Netz verfügbar ist oder nicht. Wer nur zuhause oder im Café per W-Lan ins Internet gehen möchte, benötigt keinen speziellen Mobilfunk-Tarif zum Tablet hinzu.

Viele Mobilfunkunternehmen bieten Tablets zu einem günstigen Preis gemeinsam mit einem Zwei-Jahres-Vertrag an. Das Tablet wird über den abgeschlossenen Vertrag subventioniert. Das lohnt sich vor allem, wenn ein teures Tablet für 500 bis 600 Euro angeschafft werden soll.

Günstige Tablets zahlt man dagegen lieber sofort und nutzt den Datentarif eines Discount-Anbieters. Der Vorteil: Die meisten Discount-Tarife sind monatlich an- und abwählbar, so dass man wirklich nur dann bezahlen muss, wenn das Tablet auch unterwegs genutzt wird.

Spezielle Geräte für Senioren

Wer glaubt, dass ein normales Tablet zu schwer zu bedienen ist, kann sich ein spezielles Senioren-Tablet anschaffen. Die exelonix GmbH verkauft das speziell für Senioren eingerichtete Asina Tablet inklusive einem halben Jahr sogenannten Cloud-Service, über den das Gerät aus der Ferne eingerichtet und gewartet werden kann. Preis: 589 Euro (Hotline: 0351 219 71 444). Ab dem siebten Monat kostet diese Möglichkeit der Fernwartung 5,95 Euro im Monat. Ob es ein spezielles Senioren-Tablet sein muss, sollten die Tablet-Neulinge selbst entscheiden. Falls möglich empfiehlt es sich zunächst ein normales Gerät vom Enkel oder Nachbarn auszuprobieren. Vielleicht ist die Tablet-Nutzung ja doch leichter als gedacht.

Tablets im Seniorenheim

Seit dem Frühjahr 2012 führen das Mobilfunkunternehmen E-Plus gemeinsam mit der Stiftung Digitale Chancen das Projekt „Tablet PCs für Seniorinnen und Senioren“ durch. Inhalt des Projekts: Ausgewählte Seniorenheime bekommen vier Wochen lang Tablet-PCs inklusive Datennutzung zur Verfügung gestellt, mit denen die Bewohner frei experimentieren können. Nach Ablauf des Testzeitraums bleiben bis zu zwei Geräte in der Einrichtung. Altenpflege-Einrichtungen, die für ihre Bewohner auch gerne Gratis-Tablets hätten, können sich unter www.digitale-chancen.de bewerben.

Im nächsten Teil unserer Serie geht es speziell um Computer und die günstigsten Tarife.

Von Caroline Benzel

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