Roaming: Ab 1. Juli keine Rechnungsschocks mehr

Wer im Sommerurlaub an fremden Stränden mit Laptop oder Handy surft, braucht bei der Heimkehr keine “Rechnungsschocks“ mehr fürchten.

Ab Donnerstag treten neue EU-Roamingvorschriften in Kraft, die eine Kostenobergrenze von 50 Euro für die mobile Internetnutzung festschreiben. Auch Handygespräche ins oder aus dem EU-Ausland werden im Schnitt um fünf Cent billiger. Die neuen Regeln würden nicht nur Geschäftsreisenden und Touristen nutzen, sagte EU-Kommissarin Neelie Kroes. Auch der Wettbewerb werde gesteigert. Der bisherige Tarifdschungel im mobilen Internet hat für viele böse Überraschungen gesorgt.

So erhielt im vergangenen Sommer ein Deutscher, der in Frankreich eine TV-Sendung heruntergeladen hatte, eine Rechnung von 46.000 Euro zugeschickt. Ein britischer Student sollte für Datenroaming während seines Auslandsstudiums eine Monatsrechnung von 9.000 Euro begleichen. Zwar kann grenzenloses Surfen und Telefonieren im Ausland auch künftig ein Vermögen kosten. Aber dann ist der Nutzer ganz alleine schuld: Die Anbieter sind ab dem 1. Juli verpflichtet, ihren Kunden eine Warnung zu schicken, sobald 80 Prozent der Kostenobergrenze für das Datenroaming verzehrt sind. Sind pauschal 50 Euro oder eine vertraglich vereinbarte andere Obergrenze erreicht, muss der Betreiber die mobile Internetverbindung kappen, wenn der Kunde nicht ausdrücklich weitersurfen will.

Zudem werden Roaminggebühren, die ausländische Netzbetreiber heimischen Mobilfunkanbietern berechnen, weiter gesenkt. Für ein Megabyte Daten dürfen statt einem Euro nur noch 80 Cent in Rechnung gestellt werden. Für ausgehende Roaminganrufe sinkt der Tarif von 43 auf 39 Cent netto pro Minute (46,41 Cent brutto), für eingehende Anrufe von 19 auf 15 Cent (22,61 Cent brutto). Darüber hinaus wird der Empfang von Voicemail-Benachrichtigungen über den Eingang neuer Nachrichten im EU-Ausland kostenlos. Der Höchstpreis für das Versenden von Textnachrichten bleibt bei 11 Cent pro SMS. Die EU geht seit fünf Jahren gegen überhöhte Roamingtarife vor. Die Preise für aus- und eingehende Anrufe auf Reisen innerhalb der EU seien seitdem um 73 Prozent gesunken, betonte Kommissarin Kroes am Montag. Die jüngsten Regelungen wurden 2009 beschlossen und werden dafür sorgen, dass die Preise im nächsten Sommer noch ein weiteres Mal sinken.

dapd

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