"Deep Impact" auf Kollisionskurs

- Die Spannung in der Welt der Astronomie ist groß. Denn was genau passiert, wenn das etwa waschmaschinen-große, zum großen Teil kupferne Riesenprojektil der NASA-Raumsonde "Deep Impact" mit 37 100 Kilometern pro Stunde auf Kometen "Tempel 1" aufprallt, weiß niemand. Die Kollision wird einer Explosion von etwa 4,5 Tonnen TNT entsprechen. Ein Sturzflug in den Kern eines Kometen ist bisher noch nie gewagt worden.

Der Krater, den das Riesenprojektil, der 372 Kilogramm schwere batterie-betriebene "Impactor", in den den 14 mal fünf Kilometer großen Brocken aus Eis, Staub und Gas sprengt, könnte nach Schätzung von Astronomen die Größe eines kleinen Hauses haben. Womöglich aber auch den Durchmesser eines Fußballstadions und die Tiefe eines Hochhauses mit 14 Stockwerken.Die Astronomen der Universität von Maryland in College Park, von wo aus die Mission wissenschaftlich geleitet wird, erhoffen sich vom Einschlag der Sonde auf dem 1867 vom deutschen Astronomen Ernst Tempel entdeckten Himmelskörper nicht nur noch nie dagewesene Einblicke in den inneren Aufbau von Kometen. Sie suchen auch nach Erkenntnissen zur Entstehung des Sonnensystems. Bislang konnten Astrophysiker nur die Oberflächen von Kometen analysieren.Das Material aus dem Inneren von "Tempel 1" soll Auskunft über die chemische Struktur geben, aus der sich vor viereinhalb Milliarden Jahren die Planeten formten. Der Kern der gefrorenen Brocken enthält in nahezu unveränderter Form Material aus der Geburtszeit der Erde.

Der Zusammenprall, der für den 4. Juli berechnet ist, markiert den Schlusspunkt der über 431 Millionen Kilometer langen Reise von "Deep Impact". Am 12. Januar 2005 war die Sonde von Cape Canaveral in Florida aus gestartet. Genau 24 Stunden vor dem geplanten Aufprall wird die Kleinwagen-große Trägersonde den "Impactor" von Bord lassen. Der schaltet zwei Stunden vor dem Einschlag auf Auto-Pilot um und muss von da an selbst in Richtung "Tempel 1" manövrieren. Die am Impactor angebrachte Kamera wird bis wenige Sekunden vor dem Aufprall Bilder zur Erde senden.Die Trägersonde wird während des Einschlags Bilder und Daten über die Zusammensetzung des aus dem Krater geschleuderten Materials senden.Dass der Zusammenprall "Tempel 1" aus seiner Umlaufbahn um die Sonne schleudern und ihn womöglich Richtung Erde steuern könnte, schließen die NASA-Astronomen aus: Dafür sei der Zusammenprall zu schwach.

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