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Film ab: Bewegte Bilder können auch Fotokameras gut aufnehmen. Ein eigenes Mikrofon ist für guten Ton aber Pflicht. Foto: Inga Kjer

Der Film aus der Fotokamera: Videos mit der Spiegelreflex

Kameras können heutzutage viel mehr als nur Standbilder zu schießen. Mit der richtigen Technik und einigen Tricks lassen sich mit Spiegelreflex- und Systemmodellen sogar richtig gute Videos drehen. Wichtig ist vor allem, sich nicht auf die Automatik zu verlassen.

Berlin/Hamburg (dpa/tmn) - Moderne Spiegelreflex- und Systemkameras produzieren nicht nur tolle Bilder, sondern auch schöne Videos. Dabei haben die Geräte sogar Vorteile gegenüber dem klassischen Camcorder.

"Mit der Spiegelreflexkamera lassen sich Einstellungen wie Lichtempfindlichkeit, Blendenöffnung oder Belichtungszeit manuell regeln und so zum Beispiel Schärfe oder Belichtung des Videos optimieren", sagt Timm Lutter vom IT-Verband Bitkom.

Doch der Dreh mit den Fotokameras geht nicht so leicht von der Hand wie bei Camcordern. "Wer alles auf Automatik stellt, erzielt möglicherweise zwar für den Hausgebrauch akzeptable Videobilder, kann diese aber mit einem aktuellen Smartphone oft schon genauso gut machen", erklärt Martin Heller, Videochef beim Nachrichtenproduzenten WeltN24.

"Ich empfehle, die Vorteile einer DSLR-Kamera auszuspielen und zeige selbst Neulingen an der Kamera gleich, wie sie Blende, ISO-Wert und Schärfe manuell regeln und richtig einsetzen", erklärt Heller, der auf seiner Webseite webvideoblog.de Tipps für den Videodreh gibt. Nur den Weißabgleich und die Ton-Einstellungen können Anfänger getrost der Automatik überlassen, so der Experte.

Heikel ist der Autofokus: "Dieser ist bei den meisten Spiegelreflexkameras im Videomodus langsam und pumpt, fokussiert also unruhig hin und her", sagt Andreas Jordan von der Zeitschrift "Fotomagazin". Spiegellose Systemkameras seien daher oft besser geeignet als die Spiegelreflex-Konkurrenz, da sie einen schnelleren Live-View-Autofokus besitzen.

Die Alternative ist, das Bild manuell scharfzustellen. Das klappt aber nicht immer: "Bei Action-Aufnahmen oder in schwierigen Situationen kann der Autofokus die bessere Wahl sein", meint Martin Heller. Wenn man Zeit für den Dreh hat und genau arbeiten kann, sollten aber selbst Anfänger die Schärfe per Hand einstellen.

Martin Heller warnt eifrige Filmer: "Bewegtbild heißt nicht, dass sich die Kamera bewegen muss!" Ruhig oder fest eingerichtete Bilder seien meist besser, die Bewegung sollte dann einfach innerhalb des gewählten Bildausschnittes geschehen.

Wichtiger als die eigentliche Kamera sind auch beim Filmen die Objektive: Hier gibt es neben den normalen Modellen spezielle Videoobjektive (VDSLR). "Diese eignen sich besser für das manuelle Fokussieren und bringen rastfreie und stufenlose Ringe für die geräuschlose Blendensteuerung mit", erklärt Fotoexperte Andreas Jordan.

Wichtig bei der Objektivwahl ist die Lichtstärke, um bei lichtschwachen Situationen noch gute Aufnahmen zu machen: "2.8 oder 4.5 ist besser als 5.8 oder höher", rät Martin Heller. Zudem ist ein Bildstabilisator sehr hilfreich, abgekürzt IS für Image Stabilisator.

Ebenso relevant ist der Ton: "Externe Mikrofone sind Pflicht, wenn Sie den O-Ton in guter Qualität aufnehmen wollen. Bei internen Mikrofonen nehmen Sie fast immer Kamera- und Bediengeräusche auf", sagt Andreas Jordan. Martin Heller rät: "Wenn es windig ist oder zielgerichtet Ton aufgenommen werden soll, sind einfache Richtmikrofone sinnvoll.".

Wichtig für ruhige Bilder ohne Wackler ist ein gutes Stativ. "Bei einigen Modellen reicht der Bildstabilisator der digitalen Spiegelreflexkamera für Videos nicht aus", erklärt Bitkom-Experte Lutter.

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