"Der ständige Wechsel macht mich krank"

- München - Experten sprechen vom "Zivilisationsproblem", der Durchschnittsmensch sagt: "Das Wetter macht mich krank!" Eine Umfrage der Universität München belegt, dass jeder Fünfte glaubt, seine Gesundheit hänge vom Wetter ab. Laut einer Allensbach-Studie bezeichnet sich fast jeder Zweite als wetterfühlig.

Nur: "Wetterfühligkeit ist keine Krankheit an sich, sondern ein Überforderungssyndrom", erklärt Klaus Bucher von der Abteilung Medizin-Meteorologie des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Der Organismus müsse sich der wechselnden Wetterlage anpassen. Damit sei er manchmal überfordert, weil die Wetterschwankungen Schwachstellen im Körper angriffen. Folge: Mattigkeit, Schwindel, Gelenk- und Kopfschmerzen.

Die Medizin-Meteorologie unterscheidet drei Reaktionstypen bei Wetterfühligkeit: den Normal-Reagierenden, den Wetterfühligen und den Wetterempfindlichen:

Der Normal-Reagierende ist ein Mensch mit völlig intaktem Regelsystem - er gilt als "nicht wetterfühlig". Die Temperatur in seinem Organismus wird bei wechselnder Außentemperatur konstant gehalten. Es wird geschwitzt oder gezittert - zum jeweiligen Ausgleich der Körpertemperatur.

Wetterfühlig sind Menschen, die überempfindlich auf Wetteränderungen reagieren. Ihr Körper hat Probleme damit, sich an schnell wechselnde Gegebenheiten anzupassen. Wenn das Wetter umschlägt, leidet der Wetterfühlige an den typischen Überlastungserscheinungen wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Gelenkschmerzen. Die Fühligkeit ist jedoch für gewöhnlich subjektiv und besitzt keinen Krankheitswert. Um ernsthafte Probleme mit Wetterumschwüngen zu haben, muss laut Experten stets eine Grunderkrankung vorliegen. Die Wetterfühligen können mit Wechselbädern, Bewegung an der frischen Luft und einem Saunabesuch ihr körperliches Regelsystem stärken.

Bei den wetterempfindlichen Personen liegen immer Erkrankungen wie Herz- und Kreislauf-Probleme oder Rheumaleiden vor. Die Symptome der jeweiligen Krankheit werden durch einen Wetterumschwung verstärkt. Das betrifft vor allem ältere Menschen. Diese brauchen dann oft professionelle Hilfe. Bedingt durchs Alter hat der Körper Schwierigkeiten, die Temperatur zu regulieren und sich auf schnelle Wechsel einzustellen. In vielen Fällen können Schmerz-, Migräne- und kreislauffördernde Mittel die Beschwerden lindern.

Wetterfühlige "pumpen" sich bei Kopfschmerzen oft mit Arzneien voll.

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