Diabetes: Gefahr für Schwangere

- Jede zwölfte werdende Mutter erkrankt an Schwangerschaftsdiabetes. Und der ist nicht ganz ungefährlich - weder für Mutter, noch für das Kind. Dieses kann später zu übermäßigem Wachstum neigen und sich langsamer entwickeln, wie Werner Schmidt, Direktor der Universitäts-Frauenklinik Homburg erklärt.

Die Neugeborenen wiegen dann meist über 4000 Gramm und müssen per Kaiserschnitt entbunden werden. Zudem sind Stoffwechselstörungen und Verschiebungen im Salzhaushalt zu beobachten. Während nach der Entbindung die Gefahr einer Unterzuckerung besteht, können sich später Übergewicht und eine Zuckerstoffwechselstörung entwickeln, so Schmidt.

Bei der Mutter kann ein hoher Blutzucker die Entwicklung des Mutterkuchens stören. Mögliche Folgen: Mangelversorgung des Kindes, im Extremfall sogar dessen Tod. Die Schwangere selbst leidet häufig an Harnblasen- und Nierenbeckenentzündungen und neigt zu Bluthochdruck. Auch vorzeitige Wehen sind keine Seltenheit. Ob es sich tatsächlich um einen Schwangerschaftsdiabetes handelt,erkennt man an der erhöhten Fruchtwassermenge und dem abnormalen Wachstum des Kindes.

Zuverlässiger ist aber der Zuckerbelastungstest. Er wird den Frauen zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche empfohlen, Risikogruppen bereits vorher. Dazu zählen Frauen über 30, Übergewichtige, Frauen mit zuckerkranken Verwandten, Mütter, die bereits ein übergewichtiges Kind geboren, Aborte oder eine Problem- Schwangerschaft hinter sich haben und solche, die zu Schwangerschaftsbeginn Zucker im Urin aufweisen.

Neun Prozent der Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes entwickeln in den Folgejahren einen Typ- 2-Diabetes. 80 Prozent erkranken bei einer Folgeschwangerschaft erneut an Gestationsdiabetes, der allerdings nach der Geburt wieder abklingen sollte. Bei 85 Prozent der Betroffenen reicht dazu eine strenge Diät. Die übrigen Frauen werden mit Insulin behandelt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, den Energiebedarf gleichmäßig über die gesamte Schwangerschaft durch zusätzliche 255 kcal/ 1100kJ pro Tag zu decken, und dabei eine gezielte Gewichtsabnahme zu vermeiden.

Bewährt haben sich regelmäßige kleine statt weniger großer Mahlzeiten. Fette sollten höchstens 30 Prozent, Kohlenhydrate mehr als 40, Eiweiße 15 Prozent der Tagesgesamtenergie liefern. Die Zufuhr von Calcium, Jod, Eisen und Folsäure soll sich am jeweiligen Bedarf orientieren.

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