"Dieses Syndrom ist eine weltweite Bedrohung"

- Frankfurt - Ein neuer, hoch ansteckender Typ Lungenentzündung, der inzwischen weltweit neun Todesopfer gefordert hat, hat Deutschland erreicht: Ein Arzt aus Singapur wurde am Wochenende mit verdächtigen Krankheitssymptomen zusammen mit seiner Frau und seiner Schwiegermutter in die Isolierstation der Uniklinik Frankfurt am Main gebracht. Der 32-Jährige hatte sich mit seiner Familie auf dem Rückflug von New York über Frankfurt in seine Heimat befunden.

<P>Die Weltgesundheitsorganisation WHO gab eine Reisewarnung wegen der mysteriösen Krankheit heraus, deren Erreger unbekannt ist und die bisher auf keine Medikamente anspricht. Zu den Symptomen des Schweren Akuten Atemwegs-Syndrom (SARS) gehören sehr hohes Fieber, Muskelschmerzen, Husten und Atemnot (siehe Kasten). WHO-Generaldirektorin Gro Harlem Brundtlandt: "Jetzt ist dieses Syndrom eine weltweite Bedrohung für die Gesundheit." Bei den in Frankfurt isolierten Patienten war am Sonntag weiter unklar, ob sie an SARS leiden, wie der leitende Arzt der Isolierstation, Hans-Reinhard Brodt, erklärte.<BR></P>INFO: Hohes Fieber, Husten, Atemnot <P>Der Arzt aus Singapur hatte nach Angaben Brodts in seiner Heimat zwei SARS-Patienten behandelt, bevor er zu einer Fortbildung nach New York reiste. Schon in den USA habe er sich wegen Fiebers und Lungenentzündung mit Antibiotika behandeln lassen, aber nicht an SARS gedacht, weil er weder Husten noch Atemnot entwickelte. Seine 62-jährige Schwiegermutter bekam laut Brodt auf dem Rückflug auch Fieber. Seine 30-jährige, schwangere Ehefrau zeigte am Sonntag weiterhin keine Symptome. </P><P>Für die mitreisenden Fluggäste der Familie oder die Bevölkerung habe zu keiner Zeit eine Gefährdung bestanden, betonte der Ärztliche Direktor der Frankfurter Uniklinik, Roland Kaufmann. Der inzwischen isolierte Patient sei bereits im Flugzeug separat gesetzt worden; zudem habe er nicht gehustet. Ein direkter Kontakt mit anderen Passagieren habe nicht stattgefunden. <BR><BR>Unmittelbar nach der Landung hatte das Frankfurter Stadtgesundheitsamt die 220 Passagiere und 15 Crew-Mitglieder noch im Flugzeug über den Verdachtsfall informiert. Danach waren alle in vorläufiger Quarantäne in eine Sporthalle gebracht worden. Bis zum frühen Abend konnten laut Stark 80 Passagiere in einer anderen Maschine weiter nach Singapur fliegen, wo sie weiter medizinisch aufgeklärt wurden. </P><P>83 deutsche Reisegäste wurden in so genannte häusliche Quarantäne entlassen. Dort sollen sie von den jeweiligen Gesundheitsämtern begleitet werden. Sie wurden aufgefordert, während der bis sieben Tage dauernden Inkubationszeit daheim zu bleiben. 57 Fluggäste konnten in sechs europäische Länder weiterreisen.<BR><BR>Die Krankheit wurde bisher in mehreren asiatischen Ländern beobachtet und wird auch schon für zwei Todesfälle in Kanada verantwortlich gemacht. Das bislang neunte Todesopfer war laut WHO eine Krankenschwester in Hanoi, die einen inzwischen ebenfalls gestorbenen amerikanischen Geschäftsmann gepflegt hatte.</P><P>INFO: Hohes Fieber, Husten, Atemnot </P>

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