+
Viele regeln zu Lebzeiten nicht, was mit ihrem digitalen Nachlass geschehen soll. Foto: Andrea Warnecke

Digitaler Nachlass ist oft nicht geregelt

Stirbt ein Mensch, haben die Angehörigen viele Dinge zu regeln. Darunter fällt zunehmend auch der digitale Nachlass auf Computern und im Internet. Dafür haben allerdings die wenigstens Menschen vorgesorgt.

Berlin (dpa/tmn) - Wenn ein Mensch stirbt, ist meist klar, welche Nachkommen welchen Teil des Vermögens erben. Falls nicht, regelt das Gesetz den Nachlass. Beim digitalen Erbe sieht die Sache bislang noch ganz anders aus.

Neun von zehn Internetnutzern (93 Prozent) haben laut einer aktuellen Studie des IT-Verbands Bitkom nicht festgelegt, was im Todesfall mit ihren Daten aus Social-Media-Profilen oder ihren persönlichen Mails passieren soll.

Grund dafür ist meist mangelndes Wissen. 78 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen für eine Klärung des digitalen Nachlasses wichtige Informationen fehlen. Nicht wirklich verwunderlich, da im Gegensatz zum Erbrecht an Sachgegenständen bislang eine gesetzliche Regelung für digitale Güter fehlt.

Der Bitkom empfiehlt, schriftlich festzuhalten, was im Todesfall mit den Daten passieren soll. Ist im Testament nichts anderes geregelt, erben die Hinterbliebenen laut Bitkom alle Gegenstände des Verstorbenen. Dazu zählen auch Computer, Smartphones oder andere physische Datenspeicher. Darauf hinterlegte Daten können sie dann uneingeschränkt einsehen. Wünscht man dies nicht, kann ein beauftragter Nachlassverwalter oder Notar diese Geräte vernichten oder eine Löschung veranlassen.

Gegenüber Cloud-Anbietern und E-Mail-Diensten haben Hinterbliebene häufig ein Sonderkündigungsrecht. Damit vom Fernmeldegeheimnis geschützte Daten nicht unrettbar verloren gehen, sollten also auch für diesen Bereich schon zu Lebzeiten Regelungen getroffen werden. Zugangsdaten können beispielsweise bei einem Notar hinterlegt werden. Ähnlich verhält es sich bei sozialen Netzwerken. Bei Facebook etwa können Angehörige die Entfernung des Nutzerkontos verlangen, beim Google-Konto können Nutzer selbst einstellen, was nach ihrem Tod mit dem Konto geschehen soll.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Drohnen-Führerschein für mehr Sicherheit am Himmel
Flugverbotszonen für Drohnen und ein "Kenntnis-Nachweis" für ihre Besitzer sollen den Luftraum sicherer machen. Das scheint überfällig, denn in Deutschland gibt es rund …
Drohnen-Führerschein für mehr Sicherheit am Himmel
iOS-Gamecharts: Bauen, reiten und gewinnen
Das Glück der Erde findet sich in einem iOS-Game: "Horse Adventure" bietet alles, was das Herz von Pferdefreunden höher schlagen lässt. Bei "Bridge Constructor" ist ein …
iOS-Gamecharts: Bauen, reiten und gewinnen
Viral-Hit auf YouTube: Heißes Messer zerteilt volle Cola-Flasche
München - Ein Messer und ein paar harte Gegenstände - mehr braucht es nicht, um die YouTube-Welt zu elektrisieren. Dieses Video sammelte Klicks in Rekordzeit. 
Viral-Hit auf YouTube: Heißes Messer zerteilt volle Cola-Flasche
iOS-App-Charts: Unverzichtbare Helferlein
Das Smartphone hat unseren Alltag massiv verändert - nicht zuletzt dank zahlreicher Tools, die verschiedene Aufgaben erleichtern. Diese Woche in den Charts: …
iOS-App-Charts: Unverzichtbare Helferlein

Kommentare