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Digitales Testament: So geben Sie Ihre Daten weiter

München - Während eines digitalen Lebens sammeln sich jede Menge Daten und Passwörter an. Das können Sie tun, um Ihre Logins weiterzugeben.

Ich habe einen Account bei Facebook, nutze WhatsApp, mache Online-Banking. Was mache ich denn mit den Zugangs­daten und Passwörtern, damit sie im Fall eines Todes meiner Familie bekannt sind und sie die Accounts stilllegen können? Soll ich sie ins Testament schreiben oder haben Sie einen besseren Tipp für mich? Andreas B. (38), Mechatroniker, München

Die Empfehlung, die Passwörter für alle Fälle für die Erben zusammenzuschreiben, hält der Olchinger Erbrechtsfachanwalt Matthias Zachmann für sehr sinnvoll. Da Passwörter laufend geändert werden, ist es unpraktikabel, diese ins Testament zu schreiben – denn dann müsste ja auch das Testament stets geändert werden.

Wichtig ist es, alle Daten im Blick zu haben – auch etwa über Fitnessarmbänder werden sie ja gesammelt und verbleiben nach dem Tod des Nutzers beim jeweiligen Anbieter. Die Verbraucherzentrale rät, sich Gedanken übers digitale Vermächtnis zu machen. Nach dem Tod gehen mit der Annahme der Erbschaft alle Rechte und Pflichten des Erblassers auf die Erben über. Wichtig zu wissen: Die Internetanbieter dürfen Informationen zum Account wie Passwörter und Zugangsdaten nur gegen Vorlage eines Erbscheins an die Erben herausgeben.

Deshalb empfehlen die Verbraucherschützer eine digitale Vorsorgevollmacht oder eine Speicherung der ständig aktualisierten Zugangsdaten auf einem USB-Stick. Der Erblasser sollte eine Vertrauensperson mit der Verwaltung seines digitalen Nachlasses betrauen. Das ist besser, als alle Passwörter ins Testament zu schreiben. Ein Testament wird ja vom Nachlassgericht geöffnet, dann werden Abschriften an alle Beteiligten versendet. So erfährt die gesamte Verwandtschaft von geheimen Zugangsdaten.

svs

Rubriklistenbild: © dpa

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