Dinosaurier-Skelette in drei Dimensionen

- Viel ist bereits über die Dinosaurier geschrieben worden und unzählige Filme haben sich mit den Riesentieren beschäftigt. Doch in ihrer Gesamtheit fehlt bis heute eine wissenschaftliche Betrachtung. Dieses Ziel haben sich jetzt Paläontologen von sieben deutschen Universitäten gesetzt.

<P>Beteiligt bei dem groß angelegten Projekt "Biologie der Dinosaurier: Die Evolution des Gigantismus", das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird, ist auch ein Münchner Team um Oliver Rauhut von der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und dem Paläontologischen Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). <BR><BR>"Wir wollen so viele Daten wie möglich über das Leben und Sterben der Dinosaurier zusammentragen und in einen einheitlichen Kontext bringen", erklärt Rauhut.<BR><BR>Rauhuts Team beschäftigt sich nun vor allem mit den Sauropoden. Sauropoden waren die langhalsigen Pflanzenfresser unter den Dinosauriern. "Einige ihrer Vertreter gehörten zu den größten Landtieren, die jemals die Erde bevölkerten, sie wogen teilweise über 100 Tonnen", sagt er. Diese Sauropoden sind zusammen mit den Raubsauriern, den Theropoden, wohl die berühmtesten Vertreter ihrer Art. Sie bevölkerten unsere Erde von vor rund 210 Millionen Jahren bis vor 65 Millionen Jahren.<BR><BR>Um nun zu erforschen, wie die tonnenschweren Tiere lebten, scannen die Paläontologen die Dinoskelette und erstellen dreidimensionale Rekonstruktionen. <BR><BR>Per Mausklick können sie dann die virtuellen Skelette am Computer in alle Richtungen drehen, sie auf dem Bildschirm laufen lassen und so herausfinden, wie sich die Tiere bewegt haben. "Zudem können wir erfahren, wie groß das Volumen und die Gewichtsverteilung der Saurier gewesen ist", sagt Rauhut.<BR><BR>Mit den Computersimulationen geben sich die Paläontologen aber nicht zufrieden. Zum Vergleich, wie sich die Saurier bewegt haben, ziehen die Wissenschaftler noch dazu heute lebende, ähnlich gebaute Tiere heran. "Sauropoden hatten zum Beispiel sehr lange Hälse", erklärt Rauhut. "Zum biomechanischen Vergleich können wir etwa Halsstellungen von Giraffen, Straußen oder Kamelen heranziehen."<BR><BR>Vögel alsVergleichsobjekte</P><P>Obwohl die Saurier, von denen immer noch Fossilien auch in Deutschland in Solnhofen oder dem Harz gefunden werden, plötzlich ausstarben, haben sie noch zahlreiche lebende Verwandte. "Sehr eng verwandt mit ihnen sind vor allem die Vögel", erklärt Rauhut. "In die Knochen der Saurier waren, wie bei den heutigen Vögeln, Hohlräume zur Gewichtserleichterung eingebaut", sagt er. Zudem dürfte die Lungenfunktion der riesigen Pflanzenfresser ähnlich der der heutigen Vögel gewesen sein. "Damit werden wir auf den Körperbau von Vögeln in den nächsten Jahren ein besonderes Augenmerk richten", verspricht Rauhut.<BR></P>

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