"Discovery" mit Thomas Reiter startklar

- Cape Canaveral - Unter einmaligen Sicherheitsvorkehrungen soll am Samstag die US-Raumfähre "Discovery" mit dem Deutschen Thomas Reiter an Bord starten. Nur noch das Wetter könne einen Strich durch die Rechnung machen, teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA im Kennedy Space Center im Bundesstaat Florida mit.

Der 48-Jährige Reiter von der Europäischen Weltraumorganisation ESA wird dann sieben Monate an Bord der Internationalen Raumstation ISS bleiben und rund 400 Kilometer über der Erde kreisen.

Am Starttag am Samstag muss die siebenköpfige Crew zeitig aus den Betten: Bereits um 5.15 Uhr Ortszeit (11.15 MESZ) heißt es aufstehen. Kurz nach 10.00 Uhr Ortszeit gibt es dann Frühstück und das obligatorische Gruppenfoto. Um 11.30 Uhr ziehen die fünf Männer und zwei Frauen ihre Raumanzüge an. Um 12.28 Uhr steigen sie in die Raumfähre ein.

Spielt das Wetter mit, hebt das Spaceshuttle nach letzten NASA- Angaben um 15.48 Uhr Ortszeit (21.48 Uhr MESZ) ab. Es gibt ein zehn Minuten langes Startfenster zwischen 21.43 Uhr und 21.53 Uhr (MESZ). Normalerweise startet die Raumfähre in der Mitte, das wäre 21.48 Uhr (MESZ).

Nach dem Start dauert es achteinhalb Minuten, bis die Raumfähre den Orbit erreicht. Nach ersten Sicherheitsüberprüfungen der Hitzekacheln am Sonntag wird die "Discovery" am Montag an der ISS andocken.

Thomas Reiter wird als erster ESA-Astronaut zu einem Langzeitaufenthalt an Bord der ISS bleiben. Damit arbeiten und leben dann erstmals seit dem tödlichen Unglück der Raumfähre "Columbia" am 1. Februar 2003 wieder drei Astronauten in der ISS.

Reiter will einen Blick auf die Erde werfen und außerdem gern auch galaktische Filme ansehen. "Ich weiß nicht, ob einer meiner amerikanischen Kollegen jetzt Raumschiff Enterprise oben hat. Aber, so etwas guckt man sich mal schön abends nach dem Abendessen an", sagte Reiter dem WDR-Radio Eins Live.

Die Besatzung der "Discovery" muss während ihres zwölf Tage dauernden Fluges im Weltall dringend notwendige Reparaturen an der ISS vornehmen. Bislang sind zwei bis drei Außeneinsätze von Mike Fossum und Piers Sellers im Weltraum geplant.

Seit dem "Columbia-Unglück startet am Samstag erst zum zweiten Mal wieder ein Spaceshuttle. Bei dem Flug geht es um alles oder nichts. Sollte die NASA wieder eine Raumfähre verlieren, will Direktor Michael Griffin das Shuttle-Programm beenden. Damit würden sowohl der geplante Ausbau der Raumstation ISS bis zum Jahr 2010 als auch die Reparatur des alternden Weltraumteleskops "Hubble" in Frage gestellt.

Der Start am Samstag erfolgt unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen. Mehr als 100 hoch auflösende Kameras verfolgen von der Erde und aus der Luft die ersten Minuten. Sie halten fest, wo sich kleine Stücke Isolierschaum vom 47 Meter hohen Außentank lösen. Zuvor hatte die NASA am Außentank die größten aerodynamischen Veränderungen in der 25-jährigen Shuttle-Geschichte vorgenommen, um knapp 18 Kilogramm Schaumstoff einzusparen. Ein Stück Schaumstoff hatte das "Columbia"-Unglück ausgelöst.

Nachdem die "Discovery" im Vorjahr mit einem Vogel zusammenprallte, soll nach Angaben der NASA dieses Mal der Start um wenige Sekunden verzögert werden, falls wieder Vögel im Anflug sind.

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