Wie wir und doch anders

- Typisch Mensch könnte man beim Anblick dieses ruhenden Bonobo-Weibchens sagen. Tatsächlich ist der Zwergschimpanse aus dem Kongobecken Afrikas dem Menschen besonders ähnlich. Der Körperbau stimmt weitgehend überein, selbst das Hämoglobin, der rote Blutfarbstoff, ist bei Mensch und Zwergschimpanse so gut wie identisch.

Immerhin teilen wir, die menschlichen Primaten, 98 Prozent unserer Gene mit denen der Schimpansen.Sie sind unsere nächsten Verwandten. Die Evolution hat die Linie unseres gemeinsamen Vorfahren vor etwa acht bis sechs Millionen Jahren gespalten. Seitdem gibt es die Hominiden (Menschenartige), die sich bis zum Homo sapiens weiterentwickelt haben, und die Pongiden, die höheren Menschenaffen. Vier Arten leben mit uns auf dem Planeten - Zwergschimpanse und Schimpanse, Gorilla und Orang-Utan.Und worin sind wir anders? Nicht im räumlichen, nach vorne gerichteten Sehen, nicht in den Greifhänden mit fünf Fingern. Aber in unserer speziellen Lernfähigkeit. Schon frühe Hominiden übernahmen erlerntes Verhalten und gaben Erfahrungen und Wissen an die nächste Generation weiter. Das können zwar auch Tiere mit hoch entwickelter Brutpflege, ebenso entwickeln manche Tierarten, wie etwa die Bonobos, ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Doch geben sie keine kulturellen Informationen und keine Wortsprache weiter. Unser Wissen ist "nicht in unseren Genen gespeichert, sondern das gesammelte Ergebnis menschlicher Erfahrungen unzähliger Generationen", beschreibt Walter Kleesattel die Entwicklung des Geistes in seinem Buch "Abenteuer Evolution".Irgendwann begann der Mensch zu fragen, wer er eigentlich ist. Er bestattete und betrauerte seine Toten, und er lernte, sich in Kunst auszudrücken. Doch der Mensch versteht die Welt um ihn herum nur begrenzt. Das wusste schon der Philosoph Kant. Die Informationsverarbeitung durch unsere Sinne und das Gehirn dient letztlich auch nur dazu, auf diesem Planeten überleben und Nachkommen zeugen zu können. Wir sind auch nur Teil der Natur.

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