Doppelchance mit Frankreich

- Man sitzt mit seinen Kommilitonen in einem Pariser Cafe und blickt auf den Eiffelturm oder geht nach der Vorlesung am Hafen von Toulouse spazieren. So oder ähnlich könnte man sich das Studentenleben in Frankreich vorstellen. Viele deutsche Studierende belassen es nicht bei einem Traum, sondern gehen für ein Auslandsstudium nach Frankreich.

<P>Für Kollegstufenschüler und Abiturienten, die vielleicht an einer französischen Hochschule studieren wollen, hat das Katholische Schulwerk in Bayern jetzt erstmals in einer Informationsveranstaltung zusammen mit dem Institute Francais in München eine komplette Übersicht geboten.<BR><BR>Besonders interessant ist für künftige Frankreichstudenten das Modell der Deutsch-Französischen Hochschule (DFH), die binationale Studiengänge zwischen deutschen und französischen Partnerhochschulen koordiniert. <BR><BR>114 Angebote - von Architektur bis Medizin<BR> <BR>Die DFH ist ein Verbund aus Mitgliedshochschulen beiden Länder. Sie bietet 114 deutsch-französische Studienprogramme in den Fachrichtungen Architektur, Geistes- und Kulturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Mathematik/Informatik/Naturwissenschaften, Medizin, Rechtswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften an.<BR>Studenten schreiben sich an einer Hochschule in Deutschland und in Frankreich ein, wobei die Studiendauer möglichst gleichwertig auf beide Universitäten verteilt wird. Den größten Teil des Studiums absolvieren die Studierenden beider Länder in der Gruppe nach einem von einer Partnerhochschule festgelegten Stundenplan. Besonderer Vorteil eines solchen binationalen Studiums ist der doppelte Hochschul-Abschluss.<BR><BR>Ein deutsch-französisches Studium bieten auch die Ludwig-Maximilians-Universität, die Technische Universität und die Fachhochschule in München. Interessierte, die ein binationales Studium absolvieren möchten, können sich bei den Hochschulen, die Mitglied der DFH sind, informieren und bewerben.<BR><BR>Es ist als deutscher Student aber auch möglich, nur für ein halbes oder ganzes Jahr an einer französischen Universität zu studieren. Informationen dazu gibt das Institut francais. So erfährt man, dass sich das französische Hochschulsystem vom deutschen hauptsächlich darin unterscheidet, dass es neben den Universitäten so genannte "Grande Ecoles" gibt. An diesen Hochschulen ist das Studium in fünf Fachrichtungen möglich: Ingenieurwesen, Betriebswirtschaftslehre, Politikwissenschaften, Forschung und Tiermedizin. "Es gibt an den Grande Ecoles eine limitierte Studienplatzzahl, um die Größe der Studienjahrgänge auf eine bestimmte Zahl zu reduzieren. </P><P>Außerdem wird das Studium durch Praktika praxisnah und berufsorientiert aufgebaut. "Die Grande Ecoles können staatlich oder privat geführt sein, bieten verbesserte Studien- und Lebensbedingungen und unterscheiden sich von den Universitäten durch höhere Einschreibungs- und Studiengebühren," beschreibt Olivier Arifon vom Münchner Institut francais die Unterschiede der französischen Hochschularten.<BR><BR>An einer Grande Ecole schreiben sich jedoch nur circa ein Drittel der französischen Studenten ein. Der eindeutige Mehrteil nutzt die Studienangebote an den Universitäten, von denen es 102 in Frankreich gibt.<BR><BR>Wichtiger Unterscheidungspunkt zwischen französischen und deutschen Universitäten sind zudem die Studiengebühren. So kostet die Jahres-Immatrikulaltionsgebühr an französischen Universitäten zwischen 150 und 300 Euro und kann bei den Grande Ecoles bis zu 5000 Euro betragen. Hinzu kommen 171 Euro für die studentischen Krankenversicherung. Informationen dazu sind ebenfalls beim Institut francais zu erhalten. Dort gibt es auch die Möglich, Sprachkurse zu belegen - falls die Sprachfähigkeiten vor dem Studienbeginn etwas Auffrischung brauchen.<BR><BR></P>

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