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Christian Kroll, der Entwickler der umweltfreundlichen Suchmaschine Ecosia.

Wer bei Ecosia recherchiert, hält mit seiner Anfrage die Abholzung von tropischen Bäumen auf

Suchmaschine will den Regenwald retten

Berlin. Im Internet surfen und gleichzeitig den Regenwald retten – die umweltfreundliche Suchmaschine Ecosia macht es möglich. Ein Interview mit dem Erfinder und Gründer Christian Kroll.

Schon 2008 hatte er einen ersten Versuch mit der Suchmaschine Forestle gestartet, die allerdings auf den deutschsprachigen Raum beschränkt blieb. Nun will er Nutzer aus aller Welt auf seine Seite locken. Unterstützt wird die Suchfunktion von Yahoo und Bing, die ungefähr die Hälfte der Werbeeinnahmen bekommen. Von der anderen Hälfte hingegen spendet Ecosia 80 Prozent an den WWF zur Rettung des Regenwaldes. Wir sprachen mit Kroll über sein Projekt.

Wie funktioniert es, dass Nutzer mit jeder Suche zwei Quadratmeter Regenwald retten können?

Zur Person:

Christian Kroll (27), wurde in Lutherstadt Wittenberg geboren. 2007 beendete sein BWL-Studium an der Friedrich-Alexander-Universität. Im Anschluss startete er seine Weltreise. Dabei wurde er in Argentinien mit der Bedeutung des Regenwaldes für das Weltklima konfrontiert. Danach gründete Kroll die Suchmaschinen Forestle und Ecosia. (pdr)

Christian Kroll: Für den nachhaltigen Schutz des Juruena-Nationalparks in Brasilien braucht der WWF eine bestimmte Geldsumme. Geteilt durch die Einnahmen pro Suche, die wir mit Ecosia erzielen, ergeben sich circa zwei Quadratmeter die mit jeder Suche geschützt werden können. Dieser Wert ist abhängig von unseren tatsächlichen Werbeeinnahmen. Die tatsächliche Quadratmeterzahl ist auf unserer Statistikseite einsehbar. Die Umrechnung in Quadratmeter ist natürlich ein kleiner Kunstgriff um Ecosia anschaulicher zu machen.

Wie viele Nutzer hat Ecosia inzwischen?

Kroll: Derzeit haben wir gut 1000 000 Suchanfragen pro Tag aus Deutschland. Weltweit sind es mittlerweile bis zu mehr als 300 000 Suchanfragen.

Was ist Ihr persönliches Ziel, wie viel Regenwald wollen Sie pro Jahr schützen und wie viele Nutzer bräuchten Sie dafür?

Kroll: Das US-Statistikunternehmen Comscore schätzt die Zahl der Internetnutzer weltweit auf rund 1,2 Milliarden. Wenn nur ein Prozent der User Ecosia nutzen, können wir jährlich eine Fläche Regenwald schützen so groß wie die Schweiz.

Ecosia ist nach Forestle bereits Ihre zweite, umweltfreundliche Suchmaschine. Woher rührt Ihr Interesse am Umweltschutz?

Suchmaschinen mit gutem Zweck

Hier geht es zu Ecosia

Auch andere Suchmaschinen haben sich einem guten Zweck verschrieben:
www.ecosia.de, de.forestle.org, www.ecocho.eu, www.ecosearch.org, http://goodtree.com, www.goodsearch.com, hornvogel.de, www.benefind.de, www.treehoo.com

Kroll: Bei meinen Reisen in Südamerika habe ich erkannt, wie groß die Schäden durch die Zerstörung der Regenwälder ist. Daraufhin las ich das Buch „Hot, flat and crowded“ von Thomas Friedman (deutscher Titel: „Was zu tun ist: Eine Agenda für das 21. Jahrhundert“, 24,80 Euro) und beschloss etwas zu tun.

Finden Sie, dass es notwendig ist, Umweltschutz moderner zu gestalten, um auch jüngere Menschen dafür zu interessieren?

Kroll: Ja, Umweltschutz geht uns alle an. Ich finde es toll zu sehen, dass mehr und mehr junge Leute erkennen wie wichtig Klimaschutz für unsere Zukunft ist.

Wenn Ecosia sich etabliert hat, wollen Sie dann auch noch weitere Umweltprojekte unterstützen?

Kroll: Wir sind mit dem WWF sehr zufrieden und möchten auch in Zukunft zusammen arbeiten. Sind die 19 000 Quadratkilometer Regenwald im Jururena-Nationalpark erstmal geschützt, finden sich sicher neue Projekte.

Von Diana Rissmann

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