Großalarm in Hamburg nach Explosion an S-Bahnhof

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"Ein Trichter für Energien"

- Manche haben etwas in das kleine, schwarze Büchlein geschrieben. "Die Leere ist die Mutter der Fülle", steht da oder: "Manchmal glaubt man, am Druck von außen zu zerbrechen. In der Stille lernt man, dass dieser Druck von innen kommt." Nachdenkliche Sprüche, verfasst von Menschen, die nach der Stille gesucht haben - und sie im "Raum der Stille" an der Fachhochschule München gefunden haben.

Der Raum E 009 ist am Anfang eines langen Ganges. Der Gang ist grau wie die Mauern, grau wie das Gebäude, an dem immerfort Autos und Lkws vorbeirauschen. Kein heimeliger Ort. Erst wenn man die Tür zum "Raum der Stille" öffnet und hinter den Paravan tritt, der den Eingangsbereich abschirmt, taucht man in eine andere Welt. Der weiche Teppichboden schluckt jeden Schritt. An den Fenstern Vorhänge und überall Sitzkissen, weiß, hellorange und rotbraun. Meditationsschemel stehen im Kreis, in der Mitte flackert das Licht einer Kerze.

Ein Raum, offen für alle Religionen

"Ein Ort der Entschleunigung", sagt der katholische Hochseelsorger und Initiator Hans Klug. Ob und was einer glaubt, ob er betet, meditiert oder seinen Gedanken nachhängt, spielt keine Rolle. Der "Raum der Stille" ist neutral gestaltet, religiöse Symbole fehlen. "Unser Raum soll offen sein für Studierende aller Religionen und Weltanschauungen", sagt Hans Klug. Eine Initiative muslimischer Studierender für einen Gebetsraum hat sich deshalb der Initiative der Hochschulgemeinde angeschlossen. Ins schwarze Büchlein schreiben zwei Studierende unter dem Pseudonym "Sonne und Mond": "Wir wünschen euch den Mut, sich auf die Besinnung einzulassen." Hans Klug nickt. Ja, sagt er, es brauche Mut, einfach mal nichts, "rein gar nichts" zu tun. "Man muss erst einmal die Stille aushalten können."

Wer sich damit noch schwer tut, kann sich darin üben: Einmal in der Woche bietet Hans Klug ab 18 Uhr eine angeleitete Meditation an. "Wer zur Ruhe findet, findet zu sich selber und so zu mehr Leben", meint Klug. Und vielleicht, wenn es gelingt, das Abschalten, das Zu-Sich-Kommen fernab der Hektik des Alltags, vielleicht mag es manchem dann so gehen wie David, der schreibt: "Was ich im ,Raum der Stille’ gewonnen habe - einen Trichter für meine Energien und ein Glas dazu." 

 Der "Raum der Stille" an der Dachauerstraße 98b ist während der Vorlesungszeit geöffnet, Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr. Weitere Informationen unter der Telefonnummer 089/1 23 35 86.

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