Einstein - ein Ingenieur des Universums

- Wenn der blinde Käfer über die Oberfläche einer Kugel krabbelt, realisiert er nicht, dass die Spur, die er hinterlässt, gekrümmt ist. Ich hatte das Glück, es zu merken." Albert Einstein, berühmtester Nobelpreisträger für Physik, veränderte mit seinen genialen Gedanken die Welt.

<P>Seine Theorie der Krümmung (Verzerrung) von Raum und Zeit revolutionierte die Raum-Zeit-Vorstellung. Seine Gleichung E=mc2 beschreibt die ungeheure Energie der Materie. Es ist die berühmteste Formel der Physik.<BR><BR>Einsteins Relativitätstheorie hat die Astrophysik, die Kosmologie und die die Raumfahrt entscheidend beeinflusst. Seine Erkenntnisse stecken sogar in unserem Alltag, etwa hinter dem GPS-System, mit dem der moderne Autofahrer, von vier Satelliten im Weltraum per Zeitmessung angepeilt, sich durch die Landschaft navigieren lässt.<BR><BR>Schon in seiner 1905 veröffentlichten speziellen Relativitätstheorie hatte Einstein die These aufgestellt, dass mit zunehmender Geschwindigkeit die Länge in der Bewegungsrichtung schrumpft und die Zeit langsamer verstreicht. 1915, in seiner allgemeinen Relativitätstheorie erklärte er, dass die Kraft (Gravitation), die uns auf der Erde festhält, identisch ist mit der Kraft, die uns während einer Beschleunigung in den Sitz drückt. Am 29. Mai 1919 bei einer totalen Sonnenfinsternis in Afrika, suchten Wissenschaftler nach dem Beweis für Einsteins These, dass die Masse der Sonne die Bahn des vorbeilaufenden Lichtes krümmt. Gelangt das Licht eines weiter entfernten Sternes in die Nähe der Sonne, müsste es von ihrer Anziehung (Gravität) abgelenkt werden. Die Wissenschaftler bewiesen es nur scheinbar - sie verrechneten sich. Erst später wurde die Relativitätstheorie bewiesen.</P><P>Einstein war überzeugt, dass die Raum-Zeit nicht eben, sondern vielmehr gekrümmt sei. Moderne Physiker erklären das an einem gespannten Gummituch. Wird ein schwerer Gegenstand - etwa eine Wassermelone - in die Mitte dieses Gummituches gelegt, bekommt das Tuch durch ihr Gewicht eine Delle. Ebenso dellt ein schwerer Planet oder ein Stern die Raum-Zeit durch sein Gewicht ein. Rollt nun ein kleinerer Ball über das Gummituch, beschreibt seine Bahn eine Kurve an der eingedellten Stelle - so wie eine Rakete, die an einem Planeten vorbei fliegt, aus ihrer Bahn abgelenkt wird. Ist die Geschwindigkeit des Balls zu gering, so rollt er auf die Wassermelone zu, er "fällt" auf den Planeten. Gravitation ist also die "Krümmung" der Raum-Zeit durch die in ihr enthaltenen Massen. </P><P>Einstein war ein unbekannte Mitarbeiter des Eidgenössischen Amts für geistiges Eigentum (Patentamt) in Bern, als er 1905, mit 26 Jahren, ein Arbeit über den Photoelektrischen Effekt veröffentlichte, die erste von drei Theorien, die an den Grundfesten der klassischen Physik rüttelten. Es folgten kurz darauf weitere "Paukenschläge", alle in den "Annalen der Physik". <BR><BR>Zum 100. Jubiläum dieses "Wunderjahres" hat die UNESCO 2005 zum "World Year of Physics" erklärt. <BR><BR>In der Schweiz und in Deutschland wird Einstein mit Veröffentlichungen und Ausstellungen gefeiert. <BR><BR>In Berlin, wo der 35-jährige, inzwischen zum Professor in Zürich avancierte Denker auf Initiative von Max Planck am 1. April 1914 einen Ruf an die Preußische Akademie der Wissenschaften annahm, eröffnet die Max-Planck-Gesellschaft am 16. Mai eine Ausstellung über "Einstein als Ingenieur des Universums". Das Konzept, erdacht im Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, will Einstein auch der Jugend nahe bringen. </P><P>Einstein, der Mensch, gebürtiger Ulmer, lebte als Schüler in München, wo er das Gymnasium kurz vor dem Abitur verließ (das holte er später in Aarau/Schweiz nach). Er war zweimal verheiratet. Seine erste Frau, die Serbin Mileva Maric, die mit ihm an der ETH Zürich studiert hatte, gebar ihm zwei Sohne und eine (uneheliche) Tochter. Er betrog sie mit der zweiten Frau Elsa (und die mit anderen Geliebten).<BR><BR>Einstein interessierte sich auch für gesellschaftliche und politische Entwicklungen. 1933, bei Hitlers Machtergreifung, war er auf Vortragsreise in den USA - er kehrte nie nach Deutschland zurück. Dass er aus Furcht vor den Nazis den USA die Entwicklung der Atombombe empfahl, wurde ihm oft übel genommen. Doch erkannte er seinen Irrtum und wurde zum leidenschaftlichen Pazifisten. 1955 starb er in Princeton. <BR><BR>Buchtipp<BR>Albert Einstein - Die Berliner Jahre 1914-1932. Von Thomas Levenson. Bertelsmann Verlag.<BR><BR>Ausstellung<BR>"Einstein als "Ingenieur des Universums": 16. Mai bis 30. September, Berlin, Kronprinzenpalais, Unter den Linden 3.<BR><BR></P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Alle Info zur Wahl mit Push-Nachrichten der Merkur.de-App
München - Sie wollen auch zur Bundestagswahl lokal und national topaktuell informiert sein? Kein Problem mit der kostenfreien App von Merkur.de. Aktivieren Sie …
Alle Info zur Wahl mit Push-Nachrichten der Merkur.de-App
iPhone 8: Verkaufsstart in München - Kunde mit überraschender Aussage
Ab heute ist das iPhone 8 in den Läden erhältlich, so auch in den Apple-Stores in München. Wir zeigen, wie der Verkaufsstart lief. 
iPhone 8: Verkaufsstart in München - Kunde mit überraschender Aussage
Bixby-Taste von Samsung Galaxy S8 und Note 8 deaktivierbar
Der digitale Smartphone-Assistent Bixby der neuen Galaxys öffnet sich standardmäßig nach kurzem Tastendruck. Dies ist manchen Nutzen ungewollt öfters passiert: mit dem …
Bixby-Taste von Samsung Galaxy S8 und Note 8 deaktivierbar
Drei Tipps für mehr Browser-Sicherheit
Updates einschalten, Passwörter nicht im Klartext speichern und gefährliche Inhalte blockieren. Schon mit wenigen Handgriffen und Mausklicks lässt sich der Browser …
Drei Tipps für mehr Browser-Sicherheit

Kommentare