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Google stellt seinen RSS-Service zum 1. Juli ein.

Massenzulauf bei "Feedly"

Google Reader eingestellt - Konkurrenz profitiert

Berlin - Google stellt mit seinem Reader einen populären Dienst ein - und beschert der Konkurrenz einen Massenzulauf. Trotz heftiger Proteste beginnt Google damit, seine RSS-Aktivitäten zurückzufahren.

Google vergrätzt seine Nutzer - und die suchen sich Alternativen: Mehr als eine halbe Million enttäuschte Anwender von Googles RSS-Reader sind am Wochenende zum Reader Feedly gewechselt. Um den Ansturm überhaupt zu bewältigen, habe die Serverkapazität innerhalb von 48 Stunden deutlich aufgestockt werden müssen, teilten die Betreiber in einem Blogeintrag mit. Inzwischen stehe das zehnfache an Bandbreite zur Verfügung.

Keine "Notlösung" möglich

RSS ist ein offener Internet-Standard, mit dem man die neuesten Beiträge von Websites und Blogs schnell gesammelt in einer Übersicht lesen kann. Google Reader war der populärste RSS-Überblicksdienst. Google will den Service zum 1. Juli im Rahmen seines „Frühjahrsputzes“ einstellen.

Bei Abbau der RSS-Aktivitäten schafft Google beim Chrome-Browser schon vor dem 1. Juli vollendete Tatsachen: Wer sich die Erweiterung „RSS Subscription Extension“ für das Abonnieren und Lesen von RSS-Feeds installiert hat, kann sie nicht mehr weiter nutzen, berichtet „Heise online“ am Montag. Im Web-Store für Chrome steht die Erweiterung ebenfalls nicht mehr zur Verfügung. Damit entfalle auch die „Notlösung“, seine Nachrichten-Abos aus einer anderen Quelle zu beziehen.

Google will sich auf andere Projekte konzentrieren

Das Feedly-Team dürfte das freuen. Innerhalb von zwei Tagen nachdem Google die Einstellung seines Readers bekanntgab, sei die App für Feedly zur Nummer eins in Apples App-Store geworden. In den kommenden 30 Tagen sollen bei dem RSS-Reader wöchentlich neue Funktionen hinzukommen. Verbesserungsvorschläge der neuen Nutzer wolle man ausführlich prüfen und entsprechend umsetzen.

In einem Blogeintrag hatte Google die Einstellung des Readers mit dem Hinweis gerechtfertigt, dass die Nutzung gesunken sei. Außerdem wolle sich das Unternehmen auf andere Projekte fokussieren. Feedly will nun rechtzeitig zum 1. Juli sicherstellen, dass Nutzer von allen gängigen Plattformen wie iOS, Android, Chrome, Firefox und Safari ihre Nachrichtenpakete migrieren können, hieß es.

dpa

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