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Der txtr-Reader, ein E-Book-Reader aus deutschem Hause.

Elektronisches Bücherregal neu sortiert

Frankfurt/Main - Kindle, Sony, txtr, iriver und Cybook - nach jahrelanger Debatte sind auf der Frankfurter Buchmesse jetzt gleich mehrere Lesegeräte für elektronische Bücher am Start.

Keine Antwort aber gibt es auf die große Frage, ob die Bücherfreunde wirklich E-Books lesen wollen. Zwei der neuen E-Book-Geräte können Romane, Sachbücher und Zeitungen direkt aus dem Internet herunterladen: Das Kindle von Amazon und der txtr Reader des gleichnamigen Berliner Startup-Unternehmens. Das Kindle hat in Europa lange auf sich warten lassen, obwohl es die Branche wie kein anderes Gerät beschäftigt hat. Ob es die hohen Erwartungen erfüllen kann, scheint offen. Das Gerät muss in den USA bestellt werden, zum Preis von 279 Dollar (190 Euro, hinzu kommen Versandkosten). Der Online-Zugang wird vom US-Anbieter AT&T bereitgestellt, über Mobilfunk mit je nach Abdeckung UMTS oder EDGE-Geschwindigkeit.

Im Kindle Store stehen rund 200.000 englischsprachige Bücher zur Verfügung. Auf eine enge Zusammenarbeit mit deutschsprachigen Verlagen setzt txtr, das am Donnerstag sein neues Lesegerät vorstellt und erst dann Preise bekanntgibt. Für die elektronischen Inhalte gibt es eine eigene Download-Plattform mit freien Texten und die Zusammenarbeit mit dem Buchhandel, darunter Anbieter wie ciando, libri, libreka und Holtzbrinck. Der txtr Reader bekommt seine Bücher über das GSM-Mobilfunknetz mit Edge-Technik. Mobilfunkpartner ist das Telekommunikationsunternehmen Ecotel.

iriver Story mit Tastatur für eigene Notizen

Das vom Buchhändler Hugendubel für 279 Euro vertriebene iriver Story ist mit einer Tiefe von 9,3 Millimetern besonders schmal und so groß wie ein Paperback-Buch. Bei einem Gewicht von 284 Gramm habe man “weiterhin das Gefühl, ein echtes Buch in der Hand zu halten“, wirbt der Hersteller. Der Speicher ist mit zwei Gigabyte so groß wie beim Kindle und fasst mehr als 1.500 Bücher. Noch mehr Platz gibt es mit externen Speicherkarten. Zu den iriver-Besonderheiten gehört eine Tastatur für Notizen und kurze Texte.

Ein weiterer Newcomer ist das Cybook Opus, das es in Deutschland bei Weltbild und libreka gibt. Mit seinem Fünf-Zoll-Bildschirm, einem Gewicht von 150 Gramm und Abmessungen von 15 mal 11 Zentimetern ist es besonders kompakt, der Speicher fasst ein Gigabyte, ein Kartenschacht nimmt externe MicroSD-Speicher auf. Der Preis für das von Bokeen hergestellte Gerät beträgt rund 250 Euro. Auch Sony stellt auf der Buchmesse seine E-Book-Lesegeräte vor. Wie bei iriver und Cybook werden die digitalen Bücher erst auf einen PC heruntergeladen und dann auf das Lesegerät übertragen. Neben dem bereits im März in Deutschland eingeführten Sony PRS-505 zeigt Sony auf der Buchmesse auch ein neues Gerät mit Touchscreen.

Immer mehr Auswahl bei der Lektüre

Standard bei allen Geräten ist inzwischen die Display-Technik E-Ink. Die Buchstaben auf dem Bildschirm erscheinen damit gestochen scharf, Strom wird nur beim Umblättern benötigt. Bislang ist nur die Schwarz-Weiß-Darstellung möglich, an der Farbdarstellung wird noch gearbeitet. Achten sollte man auf die Anzahl der Graustufen - je mehr Graustufen, desto feinere Differenzierungen sind möglich. Zwtl: E-Books in der Stadtbibliothek ausleihen Noch nicht beantwortet ist die Frage der Branche, ob für die E-Books tatsächlich neue Lesegeräte sinnvoll sind oder ob es nicht auch das Smartphone tut. So bieten Verlage wie Random House, O'Reilly oder Blue Panther Books ihre Titel auch direkt für das Lesen auf dem iPhone an. Noch mehr Auswahl bieten mobile Portale wie Stanza, das auch den Download von vielen kostenlosen Büchern ermöglicht, bei denen der Urheberschutz abgelaufen ist.

Statt E-Books zu kaufen, kann man sie auch ausleihen: Die öffentlichen Bibliotheken haben ihr bewährtes Modell ins E-Book-Zeitalter übertragen. Bei dieser “Onleihe“ machen bereits 121 Stadtbibliotheken in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit. Die E-Books sind mit einer DRM-Technik kopiergeschützt und müssen wie die gedruckten Werke nach dem Ende der Leihfrist wieder zurückgegeben werden: Nach Ablauf werden die die Dateien auf dem Computer oder dem Lesegerät automatisch deaktiviert. Auf der Buchmesse stellt die Internet-Filiale der öffentlichen Bibliotheken vor, wie E-Books bereits auf elf verschiedenen Lesegeräten genutzt werden können. “Damit können Bibliotheksmitglieder ihre heimische Stadtbibliothek ab sofort buchstäblich in die Tasche stecken“, erklären die Onleihe-Macher. Bislang können 1.500 digitale Titel ausgeliehen werden. 

AP 

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