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Können Kinder mit schreienden Kindern umgehen?

Wenn Teenager Eltern spielen

In einer neuen Sendung können Teenager lernen, wie es sich anfühlt, ein Kind zu haben. Eltern geben ihre Kleinkinder dafür her. Jugendschützer protestieren gegen das TV-Experiment.

Die Forderungen nach einer Absetzung der geplanten RTL-Reihe „Erwachsen auf Probe“ werden immer lauter. „Wir fordern RTL dringend auf, die Serie Eltern auf Probe nicht auszustrahlen und keine weiteren, die Entwicklung der Kinder gefährdenden, gleich gearteten Sendungen mehr zu produzieren“, erklärte die Kinderkommission des Deutschen Bundestags.

In der bereits aufgezeichneten siebenteiligen Reihe, die am 3. Juni startet, geben Eltern in den ersten vier Folgen ihre bis zu ein Jahr alten Babys oder Kleinkinder für bis zu vier Tage aus der Hand, um sie Teenagern zu überlassen, die das Elternsein schon einmal proben wollen. Das TV-Blog erklärt den Ablauf.

Der Sender betonte, dass die Eltern jederzeit über ein Kameraüberwachungssystem ihren Nachwuchs beobachten und auch zurücknehmen konnten. Krankenschwestern, Ärzte und Psychologen hätten außerdem bereitgestanden.

Kinder werden instrumentalisiert

Den Kritikern reichen diese Maßnahmen nicht. RTL instrumentalisiere in diesem Sendeformat Kinder in unverantwortlicher Weise, hieß es von der Kinderkommission weiter. „Die Produzenten dieser Sendung setzen insbesondere kleine Kinder bewusst existenziellen Ängsten aus und nehmen die seelische Gefährdung der Kinder billigend in Kauf. Das Kindeswohl ist selbst durch psychologische Betreuung im Umfeld nicht gesichert.“

Auch der Hebammenverband protestierte gegen die Sendung, verlangte ihr Verbot und sprach von einer „neuen Form der Prostitution“, da Säuglinge im grellen Licht der Öffentlichkeit ausgesetzt würden. Auch das Netzwerk Kinderrechte findet harte Worte: Die Sendung „muss als öffentlicher Kindesmissbrauch qualifiziert werden“, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Vereinigung Analytischer Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten in Deutschland kritisierte: „Wir Kinderpsychotherapeuten halten solche öffentlichen Pseudo- Experimente mit Babys für äußerst bedenklich und fordern, dass RTL die Reihe zurückzieht“, sagte der Bundesvorsitzende Peter Lehndorfer.

dpa

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