Eltern reden beim Handy mit

- Ruhig war es auf dem Schulhof noch nie, doch nun piepst und klingelt es auf den Pausenhöfen und Schulkorridoren in allen Tonlagen: Das Handy ist bei Jugendlichen zum unverzichtbaren Begleiter und Statussymbol Nummer eins geworden. Mehr als eine Million deutscher Kinder besitzen ein Handy, so ein Ergebnis der Studie "Kinder und Medien 2002".

<P>In der Altersgruppe von sechs bis dreizehn Jahren besaßen 2002 bereits 16 Prozent der Kinder ein Handy. Noch eindrucksvollere Zahlen legt die "Kids Verbraucheranalyse 2003" vor, die von mehreren Großverlagen initiiert wurde: In Deutschland besitzen 80 Prozent aller Jugendlichen zwischen zehn und neunzehn Jahren ein eigenes Handy.<BR>Das Handy ist für die meisten Jugendlichen Kommunikationsmittel und Spielzeug in einem: Verabredungen mit Freunden werden per Handy getroffen und zum Leidwesen der Lehrer werden unter der Schulbank eifrig Textnachrichten verschickt, Logos und Klingeltöne ausgetauscht oder auf dem Mini-Display Spiele gespielt. Der fröhlich-laute Handy-Hype bei Jugendlichen hat aber auch eine unerfreuliche Schattenseite. Mit der sehen sich viele Eltern konfrontiert, wenn die Handy-Rechnung des Juniors ins Haus flattert. Handy-Schulden von mehreren hundert Euro pro Monat sind bei Jugendlichen keine Seltenheit - sie sorgen für leer geräumte Taschengeldkonten und für Ärger bei den Eltern.<BR></P><P>Verweigerung gilt<BR>auch rückwirkend</P><P>Darum sollten Eltern ein paar Dinge bei der Anschaffung des Mobiltelefons für ihr Kind beachten. Grundsätzlich gilt, dass Handy-Verträge mit Minderjährigen ohne Zustimmung der Eltern ungültig sind. Schließt ein Jugendlicher bis zum Alter von einschließlich 17 Jahren einen Laufzeitvertrag mit einem Mobilfunkanbieter ab, so können die Eltern auch im Nachhinein ihre Zustimmung verweigern, was bedeutet, dass sie das Geld für das Handy zurückerhalten und auch nicht für evtl. angefallene Gesprächskosten haften.<BR>Von Handys mit Verträgen, die über eine bestimmte Zeitdauer laufen, ist generell abzuraten, denn der Jugendliche verfügt über ein unbegrenztes Gesprächsguthaben und kann so auch unbegrenzt Kosten verursachen. Bei Laufzeitverträgen wird die Handyrechnung erst am Monatsende präsentiert und deshalb haben Jugendliche keinen Überblick darüber, welche Kosten ihr Handy verursacht.</P><P><BR>Für Jugendliche ist ein Prepaid-Handy eindeutig die bessere Wahl: Es kann monatlich oder je nach Bedarf mit einem bestimmten Gesprächsguthaben aufgeladen werden, das dann abtelefoniert wird. Doch Vorsicht ist auch bei Prepaid-Handys geboten: Selbst wenn das Gesprächsguthaben erschöpft ist, können bei manchen Anbietern noch SMS-Nachrichten verschickt werden, die Kosten verursachen. Auch bei Prepaid-Handys müssen die Eltern von Minderjährigen den Vertrag unterzeichnen, die Chipkarten für die Aufladung des Handys können sich Jugendliche jedoch selbst kaufen. Vor dem Kauf des Handys lohnt sich eine Umfrage unter den Freunden des Kindes, mit welchem Netzanbieter diese telefonieren, denn Gespräche innerhalb desselben Mobilnetzes sind günstiger.</P><P><BR>Klingeltöne sind<BR>echte Guthabenfresser</P><P>Ein echter Guthabenfresser sind die beliebten Logos und Klingeltöne, die meist über teure 0190-Nummern heruntergeladen werden. Billiger ist es, sich diese über den PC zu Hause herunterzuladen, zumal im Internet etliche davon kostenlos angeboten werden. Und auch das Verschicken von SMS-Nachrichten ist via Internet günstiger als per Handy. Kosten sparen kann man gerade zur Urlaubszeit; mit Sondertarifen der Mobilfunkanbieter, bei denen die Gesprächs- oder SMS-Kosten zu bestimmten Zeiten günstiger abgerechnet werden. <BR></P>

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