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Mit Tränen in den Augen sprach Barbara E. nach dem Urteil mit den Journalisten.

Fall "Emmely": Kündigung wegen 1,30 Euro ist rechtens

Barbara E. soll Pfandbons im Wert von 1,30 Euro gestohlen haben. Das Gewerkschaftsmitglied sieht andere Gründe, warum ihr Ex-Arbeitgeber Kaiser's ihr kündigte.

Barbara E. hatte schon einmal gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber Kaiser's Tengelmann geklagt. Und verloren. Jetzt klagte sie wieder. Sie verlor wieder. Doch sie will nicht aufgeben.

Am Dienstag bestätigte ein Berliner Gericht, dass die fristlose Kündigung rechtmäßig war. Demnach soll die Frau, die über 30 Jahre als Kassiererin gearbeitet hatte, zwei Pfandbons unterschlagen haben, die ein Kunde vergessen hatte.

Sie soll mit den Bons im Wert von 1,30 Euro den eigenen Einkauf bezahlt worden. Die Anwältin der Supermarktkette sagte, es ginge nicht um den Wert von 1,30 Euro, sondern um das Vertrauen, dass Barbara E. verspielt haben soll. Die 50-jährige Mutter dreier Kinder musste nach der Kündigung in eine kleinere Wohnung umziehen. Die Tagesschau hat die Situation erklärt und zeigt ein Video.

Die Financial Times Deutschland erklärt das Urteil aus Sicht des Arbeitsrechts. Über die Situation im Kaiser's sprach Barbara E. mit dem Magazin Stern. So sollen regelmäßige Spindkontrollen an der Tagesordnung gewesen sein.

Beweise, dass Barbara E., genannt Emmely, die Bons gestohlen hat, gibt es übrigens keine. Die Wirtschaftswoche erklärt, warum allein der Verdacht für die Kündigung ausreicht.

Gewerkschafter und Politiker verdächtigen den Betrieb, Barbara E. gekündigt zu haben, weil sie Mitglied der Gewerkschaft war. Daraufhin bildete sich eine Gruppe aus ver.di-Mitgliedern und linken Politikern, die unter dem Titel "Solidarität mit Emmely" Flugblätter an Kunden verteilen und sie aufrufen, nicht mehr bei Kaiser's einzukaufen. Übrigens: Was man für 1,30 Euro bei Kaiser's kaufen kann, zeigt das aktuelle Werbeblatt.

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