Bayern-Schock: Müller verpasst wohl Leipzig-Doppelpack

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Das Ende des Lagerfeuereffekts vor dem Fernseher

Baden-Baden - Der gemeinsame Abend vor dem Fernseher gehört vielleicht bald schon der Vergangenheit an. Die Filmgemeinschaft trifft sich künftig im Internet. Das ergab eine Studie des Grimme-Instituts für das Jahr 2015.

“Internet ante portas“, heißt seit Jahren der Schreckensruf in den Fernsehanstalten. Das Internet steht vor der Tür und macht den Sendern Autoren, Filme und - wohl am schlimmsten - Zuschauer abspenstig. Alle Anstalten sind deshalb in dem neuen Medium vertreten - in der Hoffnung auf eine friedliche Zusammenarbeit. Sie hoffen, dass sie ihr Vollprogramm trotz der starken Konkurrenz beibehalten können, geht aus einer Studie des Adolf-Grimme-Instituts hervor, die am Freitag in Baden-Baden vorgestellt wurde.

Die Mehrheit der rund 90 befragten Medienschaffenden war sich jedoch in ihrer Einschätzung einig: “Das Internet beginnt, das Fernsehen aufzusaugen.“ Ein großer Vorteil des Netzes ist die ständige Verfügbarkeit. Die Zuschauer müssen den Film nicht mehr sehen, wenn er im Programm steht, sondern können ihn runterladen, wann immer sie Zeit haben. Die Frage ist nun, wie sich die Sehgewohnheiten dadurch ändern werden.

Lutz Michel vom Institut für Medien- und Kompetenzförderung, der die Studie erstellt hat, ist sich sicher, dass die Mediennutzung individueller wird. Das bedeutet langfristig das Ende des Lagerfeuereffektes, der am Samstagabend die Familie vor dem Fernseher versammelte. Das wollen die Programmmacher allerdings nicht wahrhaben. Sie verweisen auf die über Jahrzehnte gewachsenen Sehgewohnheiten. Eine dritte Gruppe sieht den Kompromiss im “virtuellen Lagerfeuer“: Die Nutzer schauen alle den selben Film an, allerdings zu anderen Zeiten, und dann tauschen sie sich über ihre Internet-Netzwerke darüber aus.

Chancen im neuen Nutzerverhalten

Die Autoren sehen in dieser Entwicklung durchaus Chancen. Das Internet bietet nicht nur einen zusätzlichen Markt. Mit Begleitprodukten zu Filmen können im Netz auch neue Zuschauerschichten gewonnen werden, ist die Erfahrung von Produzent Stefan Wieduwilt. Der Kontakt zum Publikum sei enger. Allerdings dürfe man sich auch nichts vormachen. Die Zahl der Klicks, sprich “Zuschauer“, die manche Internetseiten über Jahre sammeln, habe Moderator Thomas Gottschalk in den ersten Sekunden seiner Sendungen. “Was aber passiert mit der Qualität?“, lautet die Frage, die das Grimme-Institut besonders interessiert. “Ich hoffe, dass sich die Sender auf ihre Stärken besinnen“, sagt Lutz Michel.

Die Chance des Fernsehens sieht er in guten Filmen und Serien, die noch dazu in bester technischer Qualität gedreht werden. Hier könne das Internet nicht mithalten. Diese Erfahrung teilt Produzent Wieduwilt. Im Internet werde bislang nur zu Dumping-Preisen produziert. “Davon kann man nicht leben.“ Volker Heise, Autor und Produzent der viel beachteten Dokumentation “24 Stunden Berlin“, erinnert die Diskussion an die Abgesänge auf das Kino. Hollywood habe sich aber neu erfunden; vom Kinosterben sei keine Rede mehr. Deshalb hofft auch er, dass die Sender den Wettbewerb aufnehmen, denn mit einem Zukunftsszenario könnte er sich durchaus anfreunden: “Die Qualität ins Fernsehen und der Schrott ins Internet.“

dpa

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