Endstadium Raucherbein

- Jeder Arzt kennt die Bilder: Rollstuhlfahrer mit Beinstümpfen, die es nach jahrelangem Kettenrauchen in den gefäßmedizinischen Stationen noch immer in den Raucherbereich treibt. Ihr Leiden heißt "periphere arterielle Verschlusskrankheit". Im Endstadium spricht man vom "Raucherbein", das vorwiegend Männer betrifft, besonders jedoch rauchende Zuckerkranke.

Das Leiden beginnt mit Schmerzen beim Gehen. Ursächlich ist eine Erkrankung der Arterien im Bein mit zunehmender Gefäßverengung (meist durch Gefäßverkalkungen bedingt), wodurch die Gefäße den Sauerstoffbedarf der Beinmuskulatur nicht mehr decken können. Durch den Sauerstoffmangel kommt es dann zum Schmerz.

Umgangssprachlich nennt man dies "Schaufensterkrankheit", da die Betroffenen durch die Schmerzen beim Gehen gezwungen sind Pausen einzulegen. In späteren Stadien der Erkrankung kommt ein Ruheschmerz im Fuß dazu. Das Endstadium der schlechten Blutversorgung durch die kranken Gefäße ist schwarzes, abgestorbenes Gewebe, meist am Fuß oder Unterschenkel.

Früher konnte der Chirurg meist nur noch amputieren. "Heute ist es durch neue Kathetertechniken möglich, in fortgeschrittenen Stadien dieser Arterienerkrankung die Gehfähigkeit zu verbessern oder eine drohende Amputation zu ersparen", erklärte Prof. Dr. Ulrich Hoffmann, Abteilungsleiter der Angiologie am Klinikum Innenstadt der LMU auf dem diesjährigen Bayerischen Internistenkongress. Unter Röntgenkontrolle werden dünne Röhrchen ins Gefäß eingesetzt, die erkrankte Bereiche überbrücken. In anderen Fällen führt der Gefäßchirurg Operationen durch, die die Durchblutung im Bein wiederherstellen.

Dennoch verlieren jedes Jahr bis zu 35 000 Bundesbürger einen Teil ihrer Gliedmaßen durch Amputationen wegen Durchblutungsstörungen. Viele davon sind Diabetiker. "Das Raucherbein ist jedoch nur die Spitze des Übels bei einem insgesamt schwer erkrankten arteriellen Gefäßsystem", sagte Hoffmann. Sicherlich sei das Rauchen der Hauptrisikofaktor für die so genannte periphere arterielle Verschlusskrankheit, deren Endstadium das Raucherbein darstelle. "Dennoch sind gerade auch Diabetes, hoher Blutdruck und erhöhte Cholesterinwerte wichtige Begleitposten, die der Patient allesamt auf sein Arteriosklerose-Konto einzahlt", erklärte der Gefäßspezialist. "Und irgendwann ist dann der kritische Punkt erreicht." Es kommt zu Gefäßverengungen der Beinschlagadern sowie der Herzkranzgefäße und Hirnarterien. Außer dem Raucherbein drohen Herzinfarkt und Schlaganfall.

Wer gefährdet ist, sollte sich vom Arzt durchchecken lassen: Fettstoffwechselstörungen und Zuckerkrankheit können heute durch geeignete Ernährung und mit Medikamenten gut behandelt werden. Bei Gefäßerkrankungen der Beine lassen sich bei Patienten mit nicht zu weit fortgeschrittener Erkrankung durch Gehtraining gute Resultate erzielen. Für Patienten in frühen Stadien der Arteriosklerose gilt der Rat: "Bewegen Sie sich viel, ernähren Sie sich mediterran mit vitaminreicher Kost, Olivenöl und mal einem Glas Rotwein. Und werfen Sie auf jeden Fall die Zigaretten weg."

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