Die Entstehung der Evolution

- Die Entwicklung der Evolutionstheorie war für den englischen Naturforscher Charles Darwin alles andere als ein Vergnügen: "Es ist wie einen Mord gestehen", schrieb er einem Freund. Darwin wusste: Die Erkenntnis, dass Arten nicht von Gott geschaffen und unveränderlich sind, sondern sich im Verlauf der Zeit wandeln und auf einen gemeinsamen Ursprung zurückgehen, würde das Weltbild in seinen Grundfesten erschüttern. So zögerte er mehr als 20 Jahre, bevor er seine Evolutionstheorie der Öffentlichkeit vorstellte. Erst 1859 erschien "Über den Ursprung der Arten durch natürliche Auslese oder die Erhaltung der begünstigten Rassen im Kampf ums Dasein". In Kernpunkten die noch heute gültige Evolutionstheorie.

 <BR>Darüber, wie das Leben auf der Erde entstanden ist, haben sich seit der Antike Denker den Kopf zerbrochen. Über die Vielzahl der Theorien, ihre Entstehungsgeschichte und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft ihrer Zeit geben Thomas Junker und Uwe Hoßfeld in ihrem Buch "Die Entstehung der Evolution. Eine revolutionäre Theorie und ihre Geschichte" einen umfassenden Überblick.<BR><BR>Bis ins 19. Jahrhundert hinein hielten viele Wissenschaftler an einer Ursprungstheorie fest, der Vorstellung, dass alle lebenden biologischen Arten unmittelbar, durch einen einmaligen Ursprung entstanden sind. <BR>Erst Jean-Baptiste de Lamarck (1744-1829) lieferte eine echte Evolutionstheorie, in der er die Grundidee einer dynamischen, sich ständig ändernden Welt vertritt. Charles Darwin entwickelte den Gedanken dann so weit fort, dass alle theologischen Erklärungsversuche überflüssig wurden. Nur logisch, dass seine Theorie in ihrer Radikalität auf heftige Widerstände stieß. Zwischenzeitlich verschwand sie auch fast ganz, schließlich aber setzte sie sich, erweitert und konkretisiert als "Synthetischer Darwinismus", durch.<BR><BR> Die Autoren gehen im zweiten Teil auf die Kontroversen um Darwins Theorie ein, ein leider etwas kurz geratenes Kapitel gilt dem Thema "Darwinismus und Politik" und beschreibt die Tragweite der Evolutionstheorie für die Gesellschaft. Je nach Belieben haben Staatsführer noch im 20. Jahrhundert Darwins Theorie für ihre politischen Zwecke (fehl-)interpretiert und so missbraucht. Auch heute wird um den Darwinismus kontrovers gestritten, nicht aber über den kontinuierlichen Wandel der Arten. Die Evolutionstheorie wird jedoch weiter entwickelt und ergänzt - ein guter Grund, in einem lesenswerten Buch einen Blick auf ihre Anfänge und ihre Entwicklung zu werfen. <BR><BR><BR> 

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