Erste Anlaufstelle für rechtliche Fragen

- Vorweihnachtliche Stimmung auf dem Münchner Rotkreuzplatz. Der Glühwein dampft in den Tassen. Hier lässt es sich locker über Wirtschaftsprivatrecht und Recht des geistigen Eigentums plaudern, für das Professor Christoph Ann seit dem 1. Oktober Ordinarius an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der TU München (TUM) ist.

<P>Ann beschäftigt sich vor allem mit Technischen Schutzrechten, Gesellschaftsrecht und Erbrecht. Zudem ist der TU-Vertreter für das Munich Intellectual Property Law Center (MIPLC), an dessen kostenpflichtigen Masterstudiengang "Recht des geistigen Eigentums" er ebenfalls mitwirkt.<BR><BR>Christoph Ann steht nun als erste Anlaufstelle für rechtliche Fragen, die sich bei den TU-Forschern für ihre Erfindungen ergeben, zur Verfügung.<BR><BR>"Viele Wissenschaftler können einfach die Tinte nicht halten und veröffentlichen ihre Ergebnisse zu schnell", erklärt Ann. "Man sollte lieber erst den Patentanwalt konsultieren, bevor man seine Forschung veröffentlicht und damit jedem zugänglich macht.<BR><BR>Ann ist jetzt zum ersten Mal an einer Technischen Universität tätig. "Die Professur hier an der TUM ermöglicht es mir, über den eigenen Tellerrand zu schauen", sagt der Jurist, "denn für Ingenieure sind rechtliche Regelungen in ihrer Anwendung wichtig, während Juristen sich mehr mit den Auslegungen und der Frage der Gerechtigkeit befassen.<BR><BR>Eines der wichtigsten Forschungsfelder des 41-Jährigen wird die Frage der kommerziellen Verwertung von Erfindungen sein, die in einer Forschungs-Gruppe getätigt wurden. <BR><BR>"Bei Uneinigkeit unter den Erfindern über die Vermarktung eines gemeinsamen Projekts gibt es rechtliche Grauzonen, die noch viele interessante, ungeklärte Fragen aufwerfen." <BR><BR>Trotz aller Sparmaßnahmen an der TUM ist die Anschubfinanzierung für seine Professur gesichert, erklärt Ann. "Aber auch ich werde mit meinen Mitteln, die mir künftig zur Verfügung stehen, sehr sparsam umgehen müssen."<BR><BR>Professor Christoph Ann hat sich in München, der "Hauptstadt des geistigen Eigentums", wie er sagt, "gut eingelebt". "Hier sind die großen Patentämter Deutschlands und Europas angesiedelt. Wir sind am Nabel des Patentrechts." <BR><BR>Vielleicht liegt Anns Wohlbefinden in München aber auch ein bisschen an den gemütlichen Christkindl-Märkten und ihrem heißen Glühwein. <BR></P>

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