Der erste Krankenhaushochbau in Deutschland

- Vor 75 Jahren sorgte ein riesiger Neubau an der Thalkirchner Straße für Aufsehen: die Hautklinik der Universität, ein Krankenhaus, das der hoch geachtete Dermatologe Leo vom Zumbusch der Stadt der Stadt München abgerungen hatte.

<P>Davor gab es schon eine Hautklinik. 1813 war vor dem Sendlinger Tor ein neues Allgemeines Krankenhaus gebaut worden, in das schon bald Patienten mit Syphilis und Krätze vom Siechenspital am Gasteig verlegt wurden. Doch es vergingen Jahrzehnte, bis die städtische Abteilung für Hautkranke auch bei Hofe besonders beachtet wurde. Als der Mediziner Josef von Lindwurm 1862 König Maximilian II. vorschlug, einen eigenen Lehrstuhl für Haut- und Geschlechtsleiden an der Münchner Universität zu errichten (den ersten an einer deutschen Hochschule), erfüllte dieser die Bitte.</P><P>Von da an war der Weg in eine glanzvollere Zukunft geöffnet, die 1929 an der Thalkirchner Straße in den ersten Krankenhaushochbau Deutschlands mündete. Der Initiator dieses neuen Krankhauses, Leo von Zumbusch brachte es bald zum Rektor, bis ihn die Nazis 1935 in den vorzeitigen Ruhestand schickten. Seine neue dermatologische Klinik aber trotzte den Wirren des "Dritten Reichs" und des Weltkrieges, und sie blieb bis heute halb städtisch, halb universitär: Das stationäre Bettenhaus gehört zur Stadt, die Poliklinik und alle Mediziner, die Forschung und Lehre betreiben, zur LMU.</P><P>Mit 150 Betten, 24 Tagesklinikplätzen 6800 stationären und 80 000 ambulanten Patientenbehandlungen im Jahr ist sie noch immer eine der größten Hautkliniken. Doch ihre weitere Zukunft wird nun durch neue Wege der Münchner Hochschulmedizin bestimmt. Ein gemeinsamer Lenkungsausschuss soll, wie schon berichtet, bis Anfang 2005 konkrete Schritte für mögliche Zusammenlegungen und neue Schwerpunkte in den Medizinfakultäten von LMU und Technischer Universität vorlegen. Dann entscheidet sich auch, ob der Chef der Dermatologischen Klinik der TU am Biederstein, Johannes Ring, das Haus an der Thalkirchner Straße übernimmt. Der jetzige Chef im 75-jährigen Klinnikbau, Gerd Plewig, geht 2006indenRuhestand.</P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Nächstes Android soll Kamera- und Mikrofonzugang beschränken
Gute Nachrichten für Android-Nutzer: In der kommenden Version des Betriebssystems wird darauf Wert gelegt, dass Apps nicht dauerhaft auf Mikrofon und Kamera zugreifen …
Nächstes Android soll Kamera- und Mikrofonzugang beschränken
Spiele-Charts: Von Herzklopfen und Prügelknaben
Gegensätzlicher könnten die Vorlieben der iOS-Gamer kaum sein: Während die einen derzeit einer interaktiven Bilderbuchromanze verfallen sind, bringen die anderen …
Spiele-Charts: Von Herzklopfen und Prügelknaben
Top-Apps: Medaillenfieber und der perfekte Schlag
In Pyeongchang ‎regnet es derzeit Medaillen. Auch die App Charts stehen diese Woche ganz im Zeichen der Olympischen Winterspiele und deren Übertragung. Denn besonders …
Top-Apps: Medaillenfieber und der perfekte Schlag
Anbieter ringen um richtigen Weg beim Breitbandausbau
Wie schnell ist das Internet? Diese Frage dürfte in Deutschland je nach Standort unterschiedlich beantwortet werden. Die Anbieter machen nach eigenem Bekunden zwar Tempo …
Anbieter ringen um richtigen Weg beim Breitbandausbau

Kommentare