Erster Schritt zu Retorten-Nashörnern

- Berlin - Um verschiedene Nashorn-Arten vor dem Aussterben zu bewahren, haben Berliner Wissenschaftler einer Nashornkuh in einem australischen Zoo zum ersten Mal lebende Eizellen entnommen.

Der Eingriff sei weltweit das erste Mal gelungen und ein Meilenstein in der Reproduktionsmedizin bei den mächtigen Tieren, teilte das Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) am Dienstag mit. Das neue Verfahren eröffne die Hoffnung, Nashornembryonen im Reagenzglas heranzüchten und die Artenvielfalt so besser sichern zu können.

"Diese Methode ist für manche Nashorn-Unterarten die einzige Möglichkeit, die genetische Vielfalt zu erhalten und sie vor dem Aussterben zu bewahren", sagte der IZW-Veterinärmediziner Robert Hermes am Dienstag. Die nächsten Schritte seien nun Laborexperimente, um Embryonen zu erhalten. Sie könnten später potenziellen Muttertieren einpflanzt werden.

Es ist nicht einfach, einer Nashornkuh Eizellen zu entnehmen, denn bei den Tieren sind die Eierstöcke außergewöhnlich lang und verwinkelt. Die IZW-Wissenschaftler entwickelten darum ein neues Gerät, dessen Herzstück eine mehr als einen Meter lange, biegsame Hohlnadel ist. Mit Hilfe von Ultraschallbildern und einer winzige Nadelspitze wurden die Eizellen der Nashornkuh schließlich abgesaugt. Auch unfruchtbaren Tieren könnten auf diese Weise Eizellen entnommen werden.

Im August 2005 waren die Berliner Forscher mit der künstlichen Besamung einen Nashornweibchens im Budapester Zoo nur knapp gescheitert. Das Junge kam nach 16 Monaten Tragezeit tot zur Welt. Ursache war nach Angaben der Forscher aber nicht die künstliche Befruchtung, sondern eine Ablösung von Teilen der Placenta kurz vor der Geburt.

www.fv-berlin.de

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