Erstmals SARS-Viren bei Deutschem nachgewiesen

- Peking/Hemer/Hongkong (dpa) - Erstmals haben Mediziner bei einem deutschen Patienten Coronaviren nachgewiesen, die als Auslöser der gefährlichen Lungenkrankheit SARS gelten. Der Leiter des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin, Bernhard Fleischer, sagte am Dienstag, bei einem 72-jährigen Mann aus Hattingen (Ennepe-Ruhr-Kreis) habe sich der Verdacht auf die Lungenkrankheit SARS bestätigt.

<P>Dem Patienten gehe es den Umständen entsprechend gut. Er liege nach wie vor auf der Isolierstation, sagte Oberarzt Olaf Kestermann von der Lungenfachklinik im sauerländischen Hemer. Der Mann war vor zwei Wochen von einer Asien-Reise nach Deutschland zurückgekehrt. Der Hattinger hatte sich sowohl in Hanoi als auch in Singapur aufgehalten. </P><P>Wenige Tage später klagte er über hohes Fieber und starken Husten. Am Freitag vorvergangener Woche war er daraufhin in die Fachklinik gebracht worden. Insgesamt verzeichnete die WHO in Deutschland bis zum Dienstag fünf SARS-Fälle, neben Hemer auch in Frankfurt am Main, München, Warendorf und Mannheim. Coronaviren waren bislang jedoch nur in Frankfurt nachgewiesen worden, wo ein Arzt aus Singapur und seine Famile wegen SARS behandelt worden waren.</P><P>In allen Fällen handelt es sich nach Angaben des Berliner Robert Koch-Instituts um importierte Infektionen. Eine Ansteckung in Deutschland habe es bislang nicht gegeben, sagte eine Institutssprecherin.</P><P>Der erkrankte 72-Jährige sei über die Diagnose informiert worden, sagte Kestermann weiter. Wie er darauf reagierte, wollte der Arzt jedoch nicht sagen. Es sei noch unklar, wie lange er in der Klinik bleiben müsse. An den Sicherheitsmaßnahmen habe sich unterdessen nichts geändert. "Sie sind nach wie vor optimal", so Kestermann. Die Mitarbeiter in der Klinik hätten gelassen auf die Nachricht reagiert.</P><P>"Für Ängste der Bevölkerung besteht kein Grund. Der Fall ist unter Kontrolle", sagte der Leiter des Kreisgesundheitsamtes des Ennepe- Ruhr-Kreises, Hans-Joachim Boschek. Durch das rasche Eingreifen der Ärzte und Behörden sei der Fall schnell beherrscht worden. Insgesamt seien seinerzeit 22 Verdachtspersonen ermittelt worden, von denen 8 unter häusliche Quarantäne gestellt worden waren. </P><P>Diese sei am vergangenen Donnerstag jedoch bereits wieder aufgehoben worden, nachdem die Inkubationszeit von sieben Tagen abgelaufen war und keine Symptome aufgetreten waren. Weitere Sicherheitsmaßnahmen seien nicht geplant. Nach wie vor stünden die Behörden jedoch für Fragen zur Verfügung.</P>

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