Menschenverachtende Kommentare

Ertrunkenes Kind: Facebook-Hetzer droht Knast

Berlin - Das Foto des dreijährigen ertrunkenen Flüchtlingskindes rührte die Welt. Ein Berliner kommentierte es jedoch mit menschenverachtenden Sprüchen. Jetzt ermittelt der Staatsschutz gegen ihn.

Wegen einer Hass-Nachricht über das ertrunkene Flüchtlingskind Aylan auf Facebook ermittelt der Berliner Staatsschutz wegen des Verdachts auf Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener und Volksverhetzung. Der polizeibekannte 26 Jahre alte Bewohner soll den Tod des Dreijährigen mit drastischen Worten verunglimpft und damit seine Menschenwürde herabgesetzt haben. Nach Polizeiangaben könnte er dafür ins Gefängnis kommen.

Der dreijährige Aylan, sein ein Jahr älterer Bruder Galip und ihre 27-jährige Mutter Rihana waren im Mittelmeer ertrunken, als die syrische Familie aus der Türkei ins EU-Land Griechenland flüchten wollte. Fotos von Aylans Leiche, die am Mittwoch mit dem Gesicht im Sand an einem Strand bei Bodrum gefunden wurde, lösten weltweit Bestürzung aus. Bei dem Unglück waren insgesamt zwölf Menschen ums Leben gekommen.

Beamte durchsuchten am frühen Samstagmorgen eine Wohnung in Berlin-Hellersdorf. Die Ermittler stellten in Berlin einen Computer und zwei Mobiltelefone sicher. Sie würden nun ausgewertet, sagte ein Sprecher der Polizei am Sonntag.

Zu der Nachricht hatte die Polizei mehr als 100 Anzeigen erhalten. Inzwischen hat Facebook das Posting gelöscht. Auch in dem sozialen Netzwerk hatten Nutzer es wegen seines verachtenden Inhalts gemeldet. Laut „B.Z.“ (Sonntag) ist der Beschuldigte selbst Vater eines einjährigen Sohnes.

dpa/AFP

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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