Die "etwas andere Gedenkveranstaltung"

- Mit einer inszenierten "öffentlichen Hinrichtung" wollen morgen die Studentenvertreter der Ludwig-Maximilians-Universität im Gedenken an die Widerstands-Bewegung "Weiße Rose" einen Kontrast zu den übrigen Veranstaltungen setzen.

<P>In der Szene werden vier von den Nationalsozialisten vor 60 Jahren des Uni-Hauptgebäudes erneut sterben müssen. "Wir wollten etwas machen, was zur Diskussion anregt, nicht bloß eine Kranzniederlegung", gibt Alex Geller, 2. Vorsitzende des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA), über die Beweggründe für die ungewöhnliche Gedenk-Veranstaltung Auskunft. "Das übrige Programm geht uns nicht weit genug", betont die Studentin.<BR><BR> Die rund 40-minütige Szene "Letzte Worte" zeigt vier Antifaschisten - unter ihnen Sophie Scholl - wenige Augenblicke vor ihrer Hinrichtung. Im Gespräch äußern sie Gedanken und Motive für ihr Handeln. Während die vier sich unterhalten, wird einer nach dem anderen getötet. Regisseur und Autor des Stücks ist Marcus Hank, der vergangenen Herbst bereits mit der Puppensatire "Hitler im Himmelreich" in München zu sehen war.<BR><BR> Dass seine "etwas andere" Gedenk-Veranstaltung als Provokation aufgefasst werden kann, dessen ist sich der Allgemeine Studierendenausschuss durchaus bewusst.<BR><BR>"Öffentliche Hinrichtung" als provokativ empfunden<BR><BR>Dies sei auch der Hauptgrund dafür, weshalb die öffentliche Hinrichtung keinen Platz im offiziellen Gedenk-Programm gefunden habe. "Einige der anderen Veranstalter, unter anderem auch die Stiftung Weiße Rose, haben ein Problem mit dem Inhalt", so Alex Geller. "Eigentlich wollten wir unseren Beitrag zum Gedenken mit den anderen gemeinschaftlich organisieren", beteuert sie.<BR><BR> Dass die Szene erst einen Tag nach dem eigentlichen Jahrestag der Hinrichtung zur Aufführung kommt, habe aber vor allem organisatorische Gründe. Widerstand seitens der Hochschulleitung gegen die "Öffentliche Hinrichtung" sei keinesfalls der Grund. (Zu sehen am 19. Februar, 20 Uhr, im Lichthof (Hauptgebäude der LMU, Geschwister-Scholl-Pl.1.)<BR><BR></P>

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