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Vier Forscher erklären in einem Aufsatz wie leicht es ist, persönliche Daten über den virtuellen "Fingerabdruck", den Internetuser in den Gruppen sozialer Netzwerke hinterlassen, zu entschlüsseln.

Experiment beweist Datenschutz-GAU: Internetnutzer enttarnt!

Wien - IT-Forschern ist es gelungen, die "Fingerabdrücke" von Millionen Internetnutzern zu entschlüsseln. Das Experiment beweist: Anonymität im Netz ist eine Illusion. Es droht ein Datenschutz-GAU.

Vier Wissenschaftler des „Isec-Forschungslabor für IT-Sicherheit“ haben laut "Spiegel-Online" einen 15-seitigen Aufsatz veröffentlicht, der einen Datenschutz-GAU offenlegt. Sie beschreiben, wie sie mit einfachen Mitteln die "Fingerabdrücke" von Millionen Internetnutzern entschlüsseln können.

Betroffen sind all jene, die sich in sozialen Netzwerken wie facebook.com oder Xing, einem Portal für Geschäftskontakte, einer oder mehreren Gruppe(n) angeschlossen haben.

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Obwohl bei Xing knapp zwei Millionen Mitglieder in etwa 6500 öffentlichen Gruppen organisiert seien, erklären die Forscher Thorsten Holz und Gilbert Wondracek, hätten über 750.000 davon eine einzigartige Gruppenkonstellation.

Und an diesem Punkt setzt das Experiment an: Zunächst meldet sich ein Surfroboter, ein sogenannter Webcrawler, bei einem sozialen Netzwerk an, durchsucht alle öffentlichen Gruppen und speichert die Namen der Mitglieder sortiert nach ihrer Zugehörigkeit.

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Dieses Schema zeigt, wie kinderleicht es für Kriminelle ist, an persönliche Daten zu gelangen. 

Wenn ein potenzielles Opfer die nun präparierte Website aufsucht, klaut ein Javascript-Programm die History im Browserverlauf. Es gleicht dabei die gesammelten Daten in Sekundenschnelle mit den aufgerufenen Seiten ab. Hat alles geklappt, weiß der Spion nun, in welchen Gruppen der Internetnutzer aktiv ist.

Dieses Gruppenprofil, der digitale "Fingerabdruck", wird mit der Datenbank des Webcrawlers verglichen. Dieser offenbart den oder die Namen des Nutzers/der Nutzer, die in exakt diesen Gruppen aktiv sind. In seltenen Fällen gibt es mehrere Ergebnisse, die nochmals überprüft werden.

Ist der Nutzer theoretisch enttarnt, holt sich das Programm den entsprechenden Nutzernamen aus dem Profil. Der Websurfer ist enttarnt, wie "Spiegel-Online" erklärt.

Die Forscher haben sich bei dem beschriebenen Angriff einer Sicherheitslücke bedient, die seit zehn Jahren bekannt ist: "History Stealing".

Damit besuchte Links in einer anderen Farbe dargestellt werden können, erhalten Websites Zugriff auf den Browserverlauf. Und das machten sich die Wissenschaftler zu Nutze. Wer an dem Experiment teilnehmen möchte und Mitglied bei Xing ist, kann es hier ausprobieren.

Mit den gesammelten Daten, Namen und Profilen könnten Kriminelle die jeweiligen Personen erpressen, sie gezielt mit Phishing und personalisierten Spam-Mails terrorisieren, politische oder soziale Kontrolle ausüben - der kriminellen Energie sind dabei keine Grenzen gesetzt.

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