Experte: Pollenbelastung so hoch wie seit 20 Jahren nicht mehr

- Berlin - Die Pollenbelastung in Deutschland ist nach Expertenauskunft so hoch wie seit 20 Jahren nicht mehr. "Die Anzahl der Pollen hat in diesem Jahr deutlich zugenommen", sagte der Leiter der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF), Torsten Zuberbier.

Ursache sei der lange und kalte Winter. Die Pflanzen versuchten nun, sich schnell und intensiv zu vermehren - und bildeten besonders viele Pollen. Bei Allergikern lösen die Eiweiße in den Pollen unter anderem Heuschnupfen aus.

"Nach dem ungewöhnlich harten Winter versuchen die Bäume jetzt, ihr Wachstum zu beschleunigen und bilden dafür massiv Pollen nach", sagte Zuberbier. Die Belastung für Allergiker stieg durch den Regen in den vergangenen Wochen allerdings noch weiter an. "Mit dem Regen sinken die Pollen zwar kurzfristig zum Boden, aber am Anfang eines Schauers werden die Pollen durch die Tropfen aufgebrochen und setzen so die im Inneren enthaltenen Allergene frei."

Bisher flogen vor allem Pollen von frühblühenden Bäumen wie Birken durch die Luft. Das wird sich aber schon bald ändern. Dann werden Gräserpollen umherfliegen. "Wie stark die Belastung durch die Gräserpollen sein wird, kann niemand mit Sicherheit sagen", sagte Zuberbier. Der Regen habe den Pflanzen in den vergangenen Wochen aber optimale Wachstumsbedingungen geboten. "Daher kann man annehmen, dass sich auch die Gräser prächtig entwickelt haben."

Heuschnupfen entsteht durch Überempfindlichkeit gegen die Eiweißkomponenten bestimmter Pollen. Europaweit leiden laut ECARF etwa 15 bis 25 Prozent der Menschen an Allergischer Rhinitis (Heuschnupfen). In Deutschland sind es rund 16 Prozent der Bevölkerung. Symptome sind unter anderem Augenjucken, Niesreiz und Husten. Die Beschwerden können sich mit der Zeit verstärken und zu chronischem Asthma führen.

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