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Die Demonstranten befürchten den Beginn der Zensur des Internets in Deutschland.

Experten: Internetsperre ist wirkungslos

Die Fachleute im Netz sind sich einig: Die Internetsperre, die Seiten mit kinderpornographischen Inhalten blocken soll, wird nichts bringen.

Das C't-Magazin schreibt, dass der Großteil der kommerziellen Verbreitung solcher illegalen Medien über den Postweg abläuft – nur die Kontaktaufnahme zwischen Anbietern und Abnehmern findet im Netz statt. Ein Hauptargument der Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen, den Anbietern durch die Sperre den Geldhahn abzudrehen, würde somit ins leere laufen.

Laut C't und vielen weiteren Stimmen wie beispielsweise des Chaos Computer Clubs (CCC) sei die Sperrung solcher Websites über das Domain Name System (DNS) reine Augenwischerei. Im Internet kursieren bereits Videos, wie die Sperrung in nur 27 Sekunden umgangen werden kann.

Der CCC protestierte anlässlich der Pressekonferenz, bei der fünf der größten deutschen Internetprovider einen Vertrag mit dem Bundesfamilienministerium unterzeichnet hatte, unter dem Motto „Besuch bei Zensursula“ - eine deutliche Anspielung auf die Ministerin. Der CCC ist der Meinung, die Internetprovider würden vom Familienministerium zur Unterzeichnung erpresst worden, damit sie in Zukunft nicht in einem Atemzug mit Kinderschändern genannt werden. Der CCC befürchtet zudem eine Ausweitung der Zensur auf weitere Web-Inhalte.

Aus Protest gegen die Zensur hat der der Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs (FoeBuD) einen eigenen freien DNS-Server aufgesetzt. Anstatt Sperrlisten fordert der FoeBuD eine bessere finanzielle und personelle Ausstattung der zuständigen Polizeibehörden sowie eine Verbesserung der Betreuungs- und Therapieangebote für Betroffene.

Generell wird auf allen genannten Internetseiten die Verwunderung geäußert, wie wenig offensichtlich Politiker von den technischen Möglichkeiten des elektronischen Datenverkehrs zu scheinen wissen.

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