Experten verzeichnen neue Welle von unerwünschten Werbe-Mails

München - Versender von Spam-Mails haben eine neue Methode entwickelt, um ihre unerwünschte Werbung zu verbreiten. Gestern registrierten IT-Experten in mehreren Ländern weltweit eine Welle von E-Mails mit MP3-Dateien im Anhang. In den Audio-Botschaften von rund 30 Sekunden Länge bewirbt eine verzerrte Stimme die Aktien eines amerikanischen Unternehmens, wie das IT-Sicherheitsunternehmen Kaspersky mitteilte.

Die Urheber der Werbung sind unbekannt, die Absenderadressen gefälscht.

Es handle sich hier um so genannten Aktien-Spam, sagte Marc Sunner, Sicherheitschef des Software-Unternehmens MessageLabs. Sunner sagte, seine Firma habe innerhalb einer Stunde zehntausend dieser unerwünschten Mails abgeblockt. Die Versender der Spam-Mails versuchten damit, den Aktienkurs eines Unternehmens zu steigern, an dem sie vermutlich selbst Anteile hielten. Derartige Massenmails sind bekannt, neu ist aber die Form der Werbung, sagte Kaspersky-Virenanalyst Magnus Kalkuhl: "Spam hat erstmals eine Stimme."

Mit den MP3-Anhängen werde versucht, Filter-Software zu umgehen. "Indem man die Dateien nur leicht verändert, schafft man einen neuen Fingerabdruck", so Sicherheitsexperte Sunner. Das erschwere die Erkennung von Spam. Im aktuellen Fall hätten die Urheber den Dateinamen sowie Geschwindigkeit und Tonhöhe des vorgelesenen Textes verändert. Die Anhänge sind nach Musikern wie Britney Spears (britney.mp3) und Elvis Presley (elvis.mp3) benannt und sollen anscheinend auf den Inhalt neugierig machen.

Das Sicherheitsrisiko schätzt Kalkuhl als vergleichsweise gering ein. Audio-Programme enthielten weniger Sicherheitslücken als etwa Software für Grafiken und pdf-Dateien und seien daher schwieriger anzugreifen. "Grundsätzlich ist es aber am besten, solche Dateien erst gar nicht zu öffnen."

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