Facebook-Abstimmung  gescheitert

Berlin - Das Ergebnis einer Befragung von Facebook-Nutzern über die neuen Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien des Online-Netzwerkes ist ungültig, weil sich zu wenige daran beteiligt haben.

Die Abstimmung ist am Freitag um 18.00 Uhr zu Ende gegangen. Damit das Ergebnis für das Netzwerk bindend wird, hätte sich ein Drittel der 900 Millionen Mitglieder beteiligen müssen - also 270 Millionen Menschen. Mitgemacht haben aber nur knapp 350.000 Menschen, etwa 0,04 Prozent der Facebook-Nutzer.

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Sie konnten zwischen den bestehenden Nutzungsbedingungen und von Facebook vorgeschlagenen Änderungen wählen. Die im Internet veröffentlichten Gegenvorschläge standen allerdings nicht zur Wahl. „Uns hat überhaupt gewundert, dass sie die Abstimmung machen“, sagte Max Schrems von Europe v. Facebook der Nachrichtenagentur dapd. Er warf Facebook vor, Nutzer nicht ausreichend über die Abstimmung informiert zu haben. So erfuhren nur diejenigen davon, die eine bestimmte Facebook-Seite durch einen Klick auf den „Gefällt mir“-Knopf abonniert haben. „Es ist eine totale Farce, was da abgeht“, sagte Schrems.

Er wusste, dass das Quorum von 270 Millionen Nutzern kaum zu erreichen sein würde. „Uns geht es eher darum, aufzuzeigen, dass sie das nicht einfach machen können“, sagte Schrems in Bezug auf die Änderung der Nutzungsbedingungen. Er beanstandete bereits im August 2011 Verstöße von Facebook gegen europäische Datenschutzbestimmungen beim irischen Datenschutzbeauftragten. Facebook hat seinen europäischen Sitz in Irland. Daraufhin hatte das Unternehmen die neuen Richtlinien vorgestellt.

Facebook stellt Nutzerbeteiligung auf den Prüfstand

Dass bei über 900 Millionen Mitgliedern eine Beteiligung von 30 Prozent der Nutzer nicht mehr realistisch ist, bemerkt offenbar auch Facebook. Der 2009 eingeführte Abstimmungsprozess soll nun überarbeitet werden, kündigte der für Marketing zuständige Facebook-Manager Elliot Schrage an. Dabei soll geprüft werden, „ob dieser Prozess der Größe unserer Gemeinschaft und der Größe von Facebook insgesamt noch gerecht wird“. „Wir nehmen Ihre Einblicke und Sorgen ernst“, teilte Schrage den Nutzern mit.

dapd/dpa

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