Facebook droht Bußgeld wegen Datenhungers

Hamburg - Der Zugriff auf Adressbücher von Facebook- Mitgliedern könnte das weltgrößte Online-Netzwerk teuer zu stehen kommen.

Der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar leitete ein förmliches Bußgeldverfahren gegen das US-Unternehmen ein. “Wir halten das Speichern von Daten Dritter in diesem Zusammenhang für datenschutzrechtlich unzulässig“, erklärte Caspar am Mittwoch in Hamburg.

In solchen Fällen sei ein gesetzlicher Rahmen für ein Bußgeld von 300 000 Euro vorgegeben, sagte Caspar der Deutschen Presse-Agentur. “Uns geht es darum zu zeigen, dass deutsches Datenschutzrecht auch gegenüber ausländischen Firmen gilt, die Nutzer in Deutschland haben.“

Facebook ist nicht nur in Deutschland dafür kritisiert worden, dass bei Anwendungen wie dem sogenannten Friend Finding - der Suche nach Bekannten im Online-Netzwerk - die Adressbücher von Mitgliedern ausgewertet werden, die etwa in E-Mail-Konten oder auf dem Handy gespeichert sind. Dadurch wurden Menschen ungefragt zu einer Mitgliedschaft bei Facebook aufgefordert. Caspar bemängelt, dass dabei Daten von Nicht-Nutzern ohne deren Einwilligung erhoben, langfristig gespeichert und zu Vermarktungszwecken genutzt würden.

Das Verfahren gibt Facebook die Möglichkeit, bis zum 11. August eine Stellungnahme abzugeben. Das Unternehmen bestätigte den Eingang des Schreibens. “Wir prüfen das zurzeit und werden innerhalb des festgelegten Zeitrahmens bereitwillig antworten“, erklärte ein Sprecher.

dpa

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