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Facebook geht in die Smartphone-Offensive: Gründer Mark Zuckerberg stellte am Donnerstag eine Erweiterung für das Betriebssystem Android mit dem Namen "Facebook Home" vor.

Präsentation am Donnerstag

Smartphone-Offensive: Das ist "Facebook Home"

New York - Seit Jahren halten sich Spekulationen um ein Facebook-Handy. Doch Gründer Mark Zuckerberg hat einen anderen Plan: Mit einer neuen Software können alle Nutzer ihr Android-Smartphone zum Facebook-Telefon machen.

Das weltgrößte Online-Netzwerk Facebook geht in die Smartphone-Offensive. Gründer Mark Zuckerberg stellte am Donnerstag eine Erweiterung für das führende Smartphone-System Android vor, die Informationen von Facebook-Freunden in den Mittelpunkt stellt. Installiert man die Facebook-Software auf dem eigenen Handy, schiebt sich das soziale Netzwerk ganz in den Vordergrund. Geräte-Hersteller werden eingeladen, die Zusatz-Software mit dem Namen „Facebook Home“ bereits ab Werk zu installieren. Als erstes Smartphone dieser Art wurde das neue Modell HTC First vorstellt.

Ein Telefon mit Facebook Home zeigt auf dem Startbildschirm gleich auf den ersten Blick Neuigkeiten aus dem Freundeskreis sowie direkte Zugänge zu Facebook-Funktionen. In diesem „Cover Feed“ werden Bilder und neue Einträge der Freunde bildschirmfüllend angezeigt. Ein Nutzer kann direkt Bilder kommentieren oder Nachrichten von Freunden beantworten. Außerdem tauchen Hinweise auf Nachrichten aus dem Facebook-Messagingdienst am Bildschirmrand auf, auch wenn der Handynutzer sich gerade in einer anderen App bewegt. Man sieht dann ein kreisrundes Foto des Gesprächspartners ständig im Vordergrund und kann durch ein Antippen eine Unterhaltung starten oder fortsetzen. Diese Funktion nennt Facebook „Chat heads“.

Facebook habe sich gefragt: „Wie wäre es, wenn ein Handy nicht um Apps herum aufgebaut ist, sondern Menschen in den Mittelpunkt stellt“, erläuterte Zuckerberg. „Wir entwickeln kein Telefon und kein neues Betriebssystem“, betonte er. Android sei als Betriebssystem so offen, dass Facebook die zusätzlichen Funktionen einbetten konnte.

Die Facebook-Home-Software wird in den USA vom 12. April an verfügbar sein, kurz darauf auch weltweit. Für die Geräte-Hersteller eröffnete das Unternehmen das „Facebook Home“-Programm, damit sie die Software bereits vorinstallieren können. Das HTC First dürfte noch im April auch in Deutschland verfügbar sein.

Über eine Milliarde Menschen nutzen Facebook, immer mehr von ihnen greifen inzwischen von Smartphone aus auf den Dienst zu. Das Online-Netzwerk richtet sein Geschäft entsprechend stärker auf die mobilen Geräte aus. „Wir denken, dass es die bisher beste Version von Facebook ist“, sagte Zuckerberg. Damit zeigt sich Facebook auch überzeugt, dass es die Umsätze auf Werbung auf mobilen Geräten schnell genug steigern kann.

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Zunächst war das Online-Netzwerk von dem Wechsel zu Smartphones und Tablets kalt erwischt worden: Die Werbeanzeigen waren auf PC-Nutzer ausgerichtet, auf Smartphones und Tablets gab es zunächst gar keine Werbung. Die Börsianer sahen das Facebook-Geschäftsmodell in Gefahr und prügelten die Aktie in den Keller. Inzwischen kommt bereits rund ein Viertel der Werbeerlöse aus dem mobilen Geschäft.

Mit dem Home-Angebot heißt Facebook die Rivalität mit Google an, das die treibenden Kraft hinter dem Betriebssystem ist. Der Suchmaschinen-Riese hat ein eigenes Netzwerk mit dem Namen Google+ auf die Beine gestellt, das aber deutlich weniger Nutzer als Facebook hat.

Facebook gehe davon aus, dass Google zu dem Versprechen stehe, Android offen zu lassen, und das Online-Netzwerk nicht aussperen werde, sagte Zuckerberg nach der Präsentation der neuen Software dem Technologie-Blog „The Verge“ zufolge. Auch Werbung könnte künftig in den „Cover Feed“ eingebaut werden.

dpa

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