+
Das Online-Netzwerk Facebook übernimmt den Twitter-Konkurrenten Friendfeed.

Facebook kauft Online-Dienst Friendfeed

New York - Das Online-Netzwerk Facebook rüstet sich mit einem Zukauf von Friendfeed für den Wettbewerb mit dem populären Kurznachrichten-Dienst Twitter.

Facebook übernimmt den deutlich kleineren Twitter-Rivalen Friendfeed, wie die Unternehmen am Montag bekanntgaben.

Der Wert des Deals liegt nach Informationen des “Wall Street Journal“ bei knapp 50 Millionen Dollar. In bar zahle Facebook allerdings nur 15 Millionen Dollar, hieß es am Dienstag unter Berufung auf informierte Personen. Den Rest gibt es in Facebook- Aktien, die zu dem Preis, den russische Investoren des Online- Netzwerks zuletzt bezahlten, rund 32,5 Millionen Dollar wert seien. Offiziell wurde kein Kaufpreis genannt. Facebook ist nicht an der Börse notiert, daher sind alle Bewertungen nur theoretisch.

Friendfeed war 2007 von vier Google-Mitarbeitern gegründet worden. Die Idee ist, dass Nutzer ihre Online-Aktivitäten an einem Ort sichtbar machen und gleichzeitig miteinander kommunizieren können. Facebook hat in den vergangenen Monaten ähnliche Funktionen aufgebaut - technisch ist Friendfeed jedoch teilweise weiter. Insofern ist es für Facebook ein großer Gewinn, dass alle zwölf Friendfeed- Mitarbeiter künftig dem Entwicklerteam des Online-Netzwerks angehören sollen.

Das Konzept von Friendfeed geht bei den Kommunikationsmöglichkeiten auch weiter als Twitter, bei dem Nutzer miteinander mit 140-Zeichen-Nachrichten kommunizieren können. Unter anderem das komplexere Erscheinungsbild von Friendfeed dürfte jedoch viele Menschen bis auf einen harten Kern in Internet-Enthusiasten abgeschreckt haben: Der Dienst kam zuletzt laut Schätzungen auf knapp eine Million Nutzer, während es bei Twitter inzwischen rund 45 Millionen sein sollen.

Facebook ist ungleich größer mit mehr als 250 Millionen Mitgliedern. Bei dem Online-Netzwerk können Nutzer ihre Profile anlegen und miteinander kommunizieren. Facebook hatte auch versucht, Twitter zu kaufen. Doch die Gründer des Kommunikationsdienstes lehnten das Angebot ab, obwohl sie einen spürbaren Facebook-Anteil bekommen sollten.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Verein iRights informiert über Algorithmen und KI
Apps, die Zugriffsrechte verlangen, Suchmaschinen oder Chatprogramme, die Daten sammeln, und Soziale Medien, die Filterblasen erzeugen - davon haben die meisten schon …
Verein iRights informiert über Algorithmen und KI
Große Sicherheitsprobleme bei Smartphones - Dieser simple Tipp hilft
Fast jeder dritte Smartphone-Nutzer hat in den vergangenen zwölf Monaten Sicherheitsprobleme mit seinem Gerät gehabt. Ein Experte hat einen Rat.
Große Sicherheitsprobleme bei Smartphones - Dieser simple Tipp hilft
Netflix will Zuschauer Handlungen mitbestimmen lassen
Der Online-Videodienst Netflix denkt darüber nach, wie er die Personalisierung auf die Spitze treiben kann. Eine Möglichkeit für die Zukunft wären unterschiedliche …
Netflix will Zuschauer Handlungen mitbestimmen lassen
Amazon, Google, Apple kämpfen um unsere Fernseher: Das müssen Sie dazu wissen
Amazon, Google und Apple kämpfen um die Vorherrschaft auf unseren Fernsehern. Dabei geht es um die Videodienste - und vor allem um Geld. Hier erfahren Sie, was Sie dazu …
Amazon, Google, Apple kämpfen um unsere Fernseher: Das müssen Sie dazu wissen

Kommentare