Facebook lenkt bei Gesichtserkennung ein

Dublin/Berlin - Facebook lenkt bei der von Datenschützern kritisierten Gesichtserkennungsfunktion ein. Die Funktion sei bereits abgeschaltet worden.

Das soziale Internet-Netzwerk Facebook stellt nach Protesten von Datenschützern die automatische Gesichtserkennung von Nutzern in Europa ein. Bisher wurden die biometrischen Daten von Fotos erfasst, um dieselben Personen auf anderen Fotos automatisch zu erkennen. Dagegen hatten Datenschützer protestiert, auch der zuständige Datenschutzbeauftragte in Irland, wo Facebook seinen europäischen Sitz hat. Das Unternehmen kommt dieser Forderung nun nach, wie dapd am Freitag aus Kreisen des Unternehmens erfuhr.

Es werden demnach keine neuen biometrische Daten mehr erfasst, bestehende Daten sollen bis zum 15. Oktober gelöscht werden. Auch der Hamburger Datenschutzbeauftragte hatte am Freitag eine Anordnung erlassen, um Facebook davon abzuhalten, die biometrischen Daten seiner Nutzer ohne deren Einverständnis zu erfassen. Zudem forderte er, dass Facebook seine Nutzer über die Risiken der automatischen Gesichtserkennung ausführlich informiert.

Ministerium stellt Facebook „Armutszeugnis“ aus

Das Bundesverbraucherschutzministerium in Berlin lobte „das Einlenken von Facebook“ als „großen Erfolg für den Verbraucherschutz“, wie ein Sprecher mitteilte. Dies zeige, dass bestehendes Recht die Möglichkeit biete, das global agierende Unternehmen zur Einhaltung von Datenschutzbestimmungen zu verpflichten. Gleichzeitig rügte das Ministerium Facebook, weil es erst unter massivem Druck der Datenschutzbehörden und des Bundesverbraucherministeriums reagiert habe. Dies sei ein „Armutszeugnis“.

Bereits im vergangenen Jahr hatten die irischen Datenschützer in einem Bericht zahlreiche Kritikpunkte aufgelistet. Facebook-Nutzer sollten besser über die Verarbeitung ihrer Daten informiert werden und der Weitergabe von Informationen an Werbetreibende zustimmen müssen, hieß es darin. Würden persönliche Daten über Nutzer nicht mehr gebraucht, solle Facebook diese Informationen löschen.

In einem aktuellen Bericht finden die irischen Datenschützer hingegen auch Lob für den Internetgiganten mit 900 Millionen Nutzern: Eine Reihe von Kritikpunkten seien behoben worden. „Die meisten unserer Empfehlungen wurden zu unserer vollen Zufriedenheit umgesetzt“, schreibt der stellvertretende Datenschutzbeauftragte Gary Davis in einem Prüfbericht, der am Freitag veröffentlicht wurde. Dazu gehört wohl auch Facebooks Rückzieher bei der automatischen Gesichtserkennung.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bei zweifelhaften Technik-Shops lohnt ein Blick in die AGB
Die Freude über das preiswert erworbene Smartphone ist zunächst groß. Doch beim Erhalt des Gerätes stellt der Online-Kunde etwa fest, dass es sich nicht um Neuware …
Bei zweifelhaften Technik-Shops lohnt ein Blick in die AGB
"Final Fantasy XV" kommt 2018 auf den PC
Das japanische Action-Rollenspiel "Final Fantasy XV" passt sich neuen technischen Möglichkeiten an. Ein neuer Kameramodus bringt den Spieler noch näher ans Geschehen. Zu …
"Final Fantasy XV" kommt 2018 auf den PC
"Jurassic World Evolution" erscheint im Sommer 2018
Auch wenn sie bereits seit Jahrtausenden ausgestorben sind, lösen Dinosaurier auch heute noch eine große Begeisterung aus. Computer- und Konsolenspieler können sich bald …
"Jurassic World Evolution" erscheint im Sommer 2018
Medion bringt neue Komplett-PCs und Notebooks für Gamer
Passionierte Gamer haben an ihre Geräte hohe Ansprüche. Das wissen auch die Hersteller. Medion wartet zur Gamescom mit zwei aufgerüsteten PCs und einem grafikstarkem …
Medion bringt neue Komplett-PCs und Notebooks für Gamer

Kommentare